11 Career-Hacks

11 Career-Hacks

Umsetzbare Tipps für dich und deine Karriere von Leadership Coach & Trainerin Katharina Klumpp

Es ist großartig, darüber zu reflektieren und zu schreiben, was mich dorthin hingebracht hat, wo ich heute bin. In den letzten 10 Jahren als Führungskraft im Einkauf und heute als freiberufliche Leadership Coach & Trainerin habe ich viele Höhe und Tiefen erlebt. Eines hatten alle Phasen gemeinsam: Ich bin gewachsen – an den Herausforderungen und den Erfolgen. Das ist sehr bedeutsam für mich, denn ich habe jede Chance genutzt, um neue Erfahrungen zu sammeln und mich dabei zu entwickeln. Und genau dazu lade ich ein: Das (Berufs-)Leben als eine Reise zu verstehen, auf der es jeden Tag etwas Neues, Spannendes zu entdecken gibt. Hier teile ich meine wertvollen Karriere-Hacks für dein persönliches Reisegepäck.

At a glance

Hack No. 1: Bilde ein starkes Netzwerk!
Hack No. 2: Profitiere von einem Mentor!
Hack No. 3: Lerne und habe Spaß dabei!
Hack No. 4: Setze deine Stärken ein!
Hack No. 5: Erkenne deine limitierenden Glaubenssätze!
Hack No. 6: Definiere deine (beruflichen) Ziele!
Hack No. 7: Sorge für ein produktives Zeitmanagement!
Hack No. 8: Entspanne dich!
Hack No. 9: Sei mutig und treffe Entscheidungen!
Hack No. 10: Nutze eine berufliche Auszeit zur Reflexion!
Hack No. 11: Feiere deine Erfolge!

Hack No. 1: Bilde ein starkes Netzwerk!

Gleich zu Anfang ein Hack, den ich lange unterschätzt habe: Networking, Networking, Networking. Das Kontakteknüpfen innerhalb der Organisation genauso wie über Unternehmensgrenzen hinweg schafft neue Perspektiven und eröffnet großartige berufliche Chancen. Ich schätze den intensiven Austausch mit Gleichgesinnten und die gegenseitige Unterstützung sehr. Durch mein Netzwerk habe ich spannende Menschen kennengelernt und unglaublich viel von ihnen lernen dürfen.

HOW TO

  • Ergreife jede Chance, dich mit Kolleg*innen aus anderen Abteilungen zu vernetzen, zum Beispiel durch übergreifende Projekte, eine interne Mentorenschaft oder einen Guestspeaker, den du zu eurem Teammeeting einlädst.
  • Gehöre einem großartigen Netzwerk wie MentorMe an.
  • Besuche (digitale) Networking Events, die du unter anderem über Meetup.com und Eventbrite finden kannst oder knüpfe relevante Kontakte über lunchclub.com.

Hack No. 2: Profitiere von einem Mentor!

Jede*r sollte eine*n Mentor*in an seiner*ihrer Seite haben: Eine Person, die neue Wege aufzeigt, den Horizont erweitert, Erfahrungen teilt, Stärken stärkt, Potentiale fördert und als Vorbild fungiert.

Das Gute ist: Von einer Mentorenschaft profitieren Mentor*in und Mentee gleichermaßen. Eine Win-win-Situation sozuagen.

HOW TO

  • Mentoring-Organisationen wie MentorMe vermitteln nicht nur einen passenden Mentor, sondern bieten darüber hinaus ein großartiges Netzwerk. Du gehörst noch keinem Mentoring-Programm an? Dann noch schnell bei MentorMe als Mentee oder Mentorin anmelden und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Hack No. 3: Lerne und habe Spaß dabei!

Lernen hört nicht mit der Schule oder dem Studium auf, sondern geht erst richtig los. Das ist fantastisch, denn lernen ist ein Geschenk, das Entwicklung möglich macht. Und genau das ist gefragt in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt. Wachse, indem du dich weiterbildest, ob fachlich, methodisch oder auch persönlich. Sei wissbegierig und entdecke jeden Tag etwas Neues!

HOW TO

  • Wähle ein Thema, für das du dich besonders interessierst und wenn möglich einen Bezug zu deinem Berufsfeld hat.
  • Plane bewusst Zeit in deinen Alltag ein, die du nutzt, um dich weiterzubilden.
  • Lese Bücher sowie Blogs und höre Podcasts zu deinem Thema.
  • Besuche (remote) Events, die du unter anderem auf meetup.com und Eventbrite findest.
  • Nutze das große Angebot an Onlinekursen wie zum Beispiel auf Udemy.
  • Als Mentee oder Mentor*in bei MentorMe kommst du ebenfalls in den Genuss von Events, Workshops, Panels, Trainings…

Hack No. 4: Setze deine Stärken ein!

Ich habe viele Jahre die Frage nach den Stärken in Vorstellungsgesprächen nicht verstanden und sogar gegoogelt, was eine schlaue Antwort auf die Frage sein könnte. Ich habe einige Zeit gebraucht zu verstehen, welche Kraft hinter dem Wissen über die eigenen Stärken steckt. Denn wer seine Stärken kennt und diese bewusst einzusetzen weiß, nutzt eine großartige Ressource, um etwas zu bewegen und zu erreichen.

HOW TO

  • Der StrengthsFinder-Test von Gallup eignet sich herausragend dafür, um Klarheit über die eigenen Stärken zu gewinnen. Einen Code zu dem Stärkentest sowie ausführliche Beschreibungen zu den verschiedenen Stärken gibt es in dem Buch „Strengthsfinder 2.0“ von Tom Rath. Übrigens auch ein tolles Tool für einen Teambuilding-Workshop.

Hack No. 5: Erkenne deine limitierenden Glaubenssätze!

Einer meiner Lifechanger-Hacks: Limitierende Glaubenssätze erkennen, hinterfragen und konstruktiv umformulieren. Was ist ein Glaubenssatz? Glaubenssätze sind Überzeugungen, Einstellungen, Meinungen, die unterbewusst unser Denken und Handeln bestimmen. Sie entstehen aus der Bewertung und Verallgemeinerung früherer Erlebnisse und sind damit sehr individuell. Neben der Orientierung im Leben können uns Glaubenssätze allerdings auch in unserem Handlungsspielraum stark limitieren. Nämlich dann, wenn der Glaubenssatz uns abhält etwas zu tun, das uns unserem (beruflichen) Ziel näherbringen würde. Da wir von der Richtigkeit unserer Glaubenssätze überzeugt sind, ist es nicht ganz leicht, sie zu entlarven.

HOW TO

  • Zum Einstieg kann ich drei herausragende Bücher empfehlen:
    • „Mindfuck“ von Dr. Petra Bock,
    • „Das innere Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl,
    • „The Work“ von Katy Byron.
  • Wenn du noch tiefer gehen möchtest, suche dir einen Coach, der individuell auf dich und deine Beliefs eingeht.

Hack No. 6: Definiere deine (beruflichen) Ziele!

Wo kommst du an, wenn du in ein Taxi steigst und den Fahrer bittest, dich dorthin zu bringen, wo es schön ist? Vermutlich auf dem Bürgersteig, weil du direkt wieder aussteigen musst.

Das konkrete Ziel zu kennen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, auch dort anzukommen. Dies gilt für berufliche genauso wie für private Ziele. Ziele geben uns eine Richtung vor und sorgen damit für Orientierung. Wer seine Ziele kennt, kann entsprechend proaktiv handeln. Damit machen dich deine Ziele zum Gestalter deines Lebens.

HOW TO

  • John Strelecky erzählt in seinem Buch „The Big Five for Life“ eine berührende Geschichte, die zum Formulieren eigener Ziele anregt.
  • Definiere deine beruflichen und privaten Ziele konkret und schriftlich.
  • Wenn du deine Ziele kennst, visualisiere sie, denn durch die Visualisierung der eigenen Ziele durch ein Visionboard ankerst du die Ziele in deinem Unterbewusstsein. Das ist sehr bedeutsam, denn unser Unterbewusstsein steuert uns in viel stärkerem Ausmaß als unser Bewusstsein.

Hack No. 7: Sorge für ein produktives Zeitmanagement!

Einer meiner Gamechanger in Sachen Selbstmanagement war definitiv die Erkenntnis, dass Effektivität vor Effizienz kommt. Denn erst wenn ich meine größeren Ziele kenne, kann ich daraus Prioritäten ableiten und mich den Aufgaben mit dem größten Hebel widmen. Erst im zweiten Schritt gilt es, für eine effiziente Umsetzung der priorisierten Aufgaben zu sorgen.

Effektivität: Die richtigen Dinge tun.

Effizienz: Die Dinge richtig tun.

Produktivität: Die richtigen Dinge richtig tun.

HOW TO

  • Bestimme und priorisiere die Aufgaben, die auf deine Ziele ausgerichtet sind.
  • Sorge für eine effiziente Umsetzung deiner Aufgaben zum Beispiel mit Hilfe der Pomodoro-Technik: Du widmest dich 25 Minuten einer Aufgabe ohne Ablenkungen und machst anschließend eine fünfminütige Pause. Nach vier Wiederholungen hast du effizient zwei Stunden an einer Aufgabe gearbeitet.

Hack No. 8: Entspanne dich!

Besser spät als nie: Erst vor wenigen Jahren habe ich die Kraft von bewusst hervorgerufenen Entspannungsreaktionen erfahren dürfen. Lange Zeit habe ich vor allem in stressigen und anspruchsvollen Phasen unter starken Kopfschmerzen gelitten, weil ich kein Ventil hatte, um innere Spannungen zu lösen. Heute weiß ich, dass nur 10 Minuten täglicher Entspannungsroutine Wunder bewirken. Der Fokus weg von äußerlichen Umständen hin zu den körperlichen Empfindungen sorgt für eine innere Ausgeglichenheit und Gelassenheit, die in volatilen Zeiten wie heute enorm an Bedeutung gewinnt.

HOW TO

  • Wende eine äußert effektive Methode wie Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training täglich an. Kurse zum Erlernen der Methode werden häufig von den Krankenkassen angeboten. Bücher aus dem Trias-Verlag oder GU-Verlag eignen sich für Selbstlerner.
  • Meditiere! Apps wie z.B. 7Mind eignen sich für Anfänger wie auch Fortgeschrittene und führen durch die entspannende Meditationseinheit.

Hack No. 9: Sei mutig und triff Entscheidungen!

„Wenn sich Dir eine phantastische Gelegenheit bietet, du dir aber nicht sicher bist, ob du es tun kannst, sag erst mal ja. Wie man es macht, kannst Du dann später lernen!“ Das Zitat von Richard Branson finde ich großartig. Je mutiger meine Entscheidungen waren, desto mehr habe ich gewonnen. So habe ich vor einigen Jahren einen unbefristeten Job gekündigt, ohne einen neuen zu haben und bin in diesem Jahr in die Selbständigkeit gegangen, ohne genau zu wissen, wie ich Kunden gewinnen werde. Und ich kann behaupten, dass sich mein Mut gelohnt hat!

Ich lade dich ein, mutige Entscheidungen zu treffen und an der Herausforderung zu wachsen.

HOW TO

  • Stelle dir vor, was im Worst-Case-Szenario passieren könnte. Vermutlich nicht viel.
  • Male dir das Best-Case-Szenario aus. Wie fühlt es sich an, wenn du es geschafft hättest?
  • Führe dir deine Ziele vor Augen. Erinnere dich, wofür es sich lohnt die Komfortzone zu verlassen.
  • Setze dir eine Deadline, bis wann du dich dafür oder dagegen entschieden haben möchtest. Oft ist es die Entscheidung selbst, die Energie raubt. Hast du dich erst mal entschieden, kannst du loslegen.

Hack No. 10: Nutze eine berufliche Auszeit zur Reflexion!

Ein Sabbatical vor einigen Jahren war für mich der Auslöser sich intensiv mit mir, meinen Zielen und Wünschen zu beschäftigen. Erst der mentale und räumliche Abstand zu meinem Alltag hat mir die Klarheit gebracht, nach der ich mich gesehnt habe. Eine berufliche Auszeit eignet sich nicht nur prima, um den Status quo zu reflektieren, sondern auch um sich inspirieren zu lassen und damit der Kreativität einen ordentlichen Push zu versetzen.

Habe keine Angst vor angeblichen Lücken im Lebenslauf: Ein Sabbatical zur Neuausrichtung zeugt für Stärke, Reflektionsfähigkeit und Innovationskraft.

HOW TO

  • Wenn eine Kündigung des Jobs nicht in Frage kommt, vereinbare mit deinem Arbeitgeber eine unbezahlte Auszeit.
  • Nutze die Zeit zwischen zwei Jobs.
  • Es gibt diverse Möglichkeiten, deine Auszeit zu gestalten: Neue Kraft in einem Kloster schöpfen, sich in einem sozialen Projekt einbringen, an einer Weiterbildung teilnehmen, an einem Buch schreiben, reisen.

Hack No. 11: Feiere deine Erfolge!

An all das, was nicht gelungen ist, erinnern wir uns nur zu gut. Doch was ist mit all den Erfolgen, die wir erzielt haben? Vor allem Frauen halten sich mit ihren beruflichen Erfolgen gerne zurück, weil Bescheidenheit noch immer eine Tugend zu sein scheint.

Innehalten und Erfolge bewusst zu feiern, stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern fördert das positive Denken, das zu einem erfüllten Leben führt.

HOW TO

  • Vermerke täglich deine Erfolge in einem Tagebuch.
  • Berichte von deinem letzten Erfolg, wenn du gefragt wirst, wie es dir geht. Dies ist ein positiver Einstieg in ein Gespräch und weckt Interesse.
  • Führe in deinem Team ein (digitales) Appreciation Board ein. In jedem Teammeeting könnt ihr euch gegenseitig für eure Erfolge nominieren und mit einer Notiz auf dem Board vermerken.

Nun hast du meine Top-Hacks kennengelernt. Such dir zunächst eine Idee aus, die du direkt umsetzen möchtest. Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor – das erhöht die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung enorm! Habe viel Freude auf deiner Reise!

CLOSING THE GAP – MENTORME

CLOSING THE GAP – MENTORME

By Weronika Pukrop
Originally published here.

‚We are trying to close the gap of insecurities‘ – Karin Heinzl founded MentorMe, the mentoring program which helps those who ‚are not there yet‘. The Austrian-Brasilian talks about careers and motherhood, self-worth and her journey to becoming an entrepreneur

Why did you start MentorMe and what are the main goals of the company?

There was a point in my life when I came to Germany and I already had two Master degrees from an Austrian and American universities, but somehow I had to start from scratch. I had to take on an internship, which was a frustrating experience, because I was already well-educated. I then worked in politics, however, the party was voted out of the parliament, so I also lost my job. At that moment I realized that there are many times in our lives where we don’t have the right sparring partners, we don’t have the right context, we don’t know the right people who can give us insights into how and where to find a job and how to ‘sell’ ourselves. After losing my job I went to India where I was working for an NGO and I realized that I want to continue working in the social field. So after coming back to Berlin, I was again in the situation of wanting to enter the new sector and get a job. Out of necessity and also out of frustration that no one saw my potential, I thought: ‘I will do it myself’. That’s the route to founding MentorMe. I wanted to create something that’s more holistic, more than just mentoring, but also training and networking. At that time MentorMe was a program, I didn’t think of it as a company. And now, five years later, we are the top help-oriented mentoring program for women in Germany. We started in 2015, with 50 people and now we have over 1200 mentors and 900 mentees, it scaled up immensely.

Why do you think women struggle with ‘selling’ themselves, realizing their potential? Why are they more prone to having issues with that?

I think the underlying problem and basis to be able to sell yourself is actually knowing your self-worth. And that’s what a lot of women lack. When I look back on my own last 10 years: I was insecure. I didn’t have the confidence to say: ‘That’s me, that’s what I can do’. And I still see that many women who come to us lack confidence and knowledge what they can bring to the table. What we are giving them is not only to connect them with a sparring partner in the form of a mentor, it’s also the network, knowledge, experiences of others. We have monthly events and one of our bigger one is ‘An Evening With’, where we invite experts from certain fields, for example, an evening with women in tech. During such event you can really get a lot of valuable information: ‘How did this person do it, what are the obstacles?’. We are trying to close the gap of insecurities, to enhance knowing who you are, to therefore be able to sell yourself.

Are there any areas that stand out to you as most problematic regarding this issue? For example, industries that are more difficult for women to get into.

There are areas that are male dominated, but these days many companies changed or want to change their culture. Tech field used to be hard to enter for women, now the companies from this industry cooperate with us to get female talents. I think most companies are really trying to hire more women. The problem actually lies deeper in the society – women are socialized differently than men. It comes from young age: We put boys into a football club and, at the same time, girls are told ‘Don’t be so bossy’. What comes as a result are those insecurities: ‘Can I speak up?’, ‘If my boss treats me badly, should I say something?’. Also, I still see that traditional companies don’t support women once they are starting families. I think the entry level is not a problem, it’s once you’re having children and try to fight your way back. Actually, there are many studies that show that at the point of having a family, men continue moving on in their careers and women just stop. After having a child, many women have to choose part-time jobs.

Is there a solution to this? Do companies need to change their culture or society as a whole should challenge those systems?

Something should be done in many areas. I’m a believer in self-empowerment. I think if you will just wait for someone to help means that you will stay behind. Those who want to work have to stand up for themselves and set the rules. Even after giving birth, to share the parental leave with the partner. This is something we as women can do. And men need to go hand in hand with this. In terms of the employers, I think appreciation of women having children and guaranteeing to support them with their careers is key. I think this will be one of the good things that comes out of corona, because the pandemic forced companies to incorporate more remote work, which is a better solution for working moms. Supporting mothers is something employers really have to do, because otherwise they would lose a lot of talented women.

What’s the situation in Germany regarding this topic?

I think Germany is in the middle field here, there are some very progressive companies. For example SAP have an internal group for fathers, so they support men to embrace the father role and to also take the parental leave. They are doing a fantastic job. But I also know companies that would never allow it, they still say that parental leave is the responsibility of women. But I think those who don’t want to change that old thinking will be left behind.

What are the main gains and takeaways that women are getting from your program?

It is confidence. It is network contacts. We say MentorMe is a mentoring program, but in fact, it’s a community of 2500 people. Those mentors are great humans who want to help others. We also have a main and several sub-online communities on social channels and when a mentee raises a question, there are always people who are willing to give advice. That power of networking is really impressive.

What is the most valuable advice that you give the women who come to you for help?

The best advice that I ever received regarding female founders, is to just start. We are so self-critical that we hold ourselves back. Whether it is to become self-employed, to set up a company, to stand up for yourself. I say: Do it. No matter how afraid you are. Actually, I think the more afraid you are, the more you should do it. When I was young, I was working in New York in the finance company. One of the managers told me that if somebody offers me something I’m afraid of, I have to say yes. There is a study that says that women don’t apply for jobs when they don’t fulfil all the criteria, but men do. We need to change our mindsets.

Do you think that it’s changing? Or do we still have a long way?

I think our paths are very individual, I’m not a big fan of generalizations. I’m a little hesitant to say it changes for women, because I know that there are still so many females who are not going up there, and they don’t have the strength to say ‘I can do it’. I want to see that we become a society that will help those who are not there yet. So that’s what I’m hoping for and what I’m trying to do with MentorMe.

7 gute Gründe, warum ich 3 mal Mentee war!

7 gute Gründe, warum ich 3 mal Mentee war!

Dieser Beitrag von Katja Kleiber ist Karin, Sophie und Regine gewidmet.

Ich habe 2015 meinen Abschluss in Kunstgeschichte gemacht und alle Warnungen diesbezüglich gehört, dies sei de facto eine brotlose Kunst. So habe ich mich damals – bedingt durch eine Werkstudentenstelle bei einer Interessenvertretung – dazu entschieden, beruflich den Quereinstieg zu wagen. Sprich, nach dem Studium noch einmal von vorne anzufangen.

Im Herbst startete nicht nur meine berufliche Laufbahn als Referentin bei einer NGO. Zur selben Zeit erblickte auch MentorMe das Licht der Welt. Ich wurde damals mit Karin Heinzl, Gründerin von MentorMe, gematcht und sie begleitete mich durch die Hürden des Quereinstiegs, die Ups and Downs im Büroalltag und die neuen Herausforderungen.

Nach circa einem Jahr als Referentin – und inzwischen schon bei einer anderen NGO tätig – wurde mir bewusst, welchen enormen Wert die regelmäßigen Gespräche und das Feedback mit meiner ersten Mentorin Karin hatten. Ich wollte aber noch weiter wachsen, an mir arbeiten und vor allem beruflich vorankommen! Die Lust, eigene Projekte umzusetzen, Führungsverantwortung zu übernehmen sowie mein berufliches Netzwerk noch stärker auszubauen, haben mich dazu bewogen, mein zweites Mentoring-Programm anzugehen.

So bewarb ich mich bei dem Mentoring-Programm der Soroptimistinnen/SI LEaR e.V. Ich bestand die Auswahlgespräche im Assessment-Center und wurde bei einem feierlichen Auftakt im wunderschönen Klosterhotel Haydau in Nordhessen mit meiner neuen Mentorin Sophie gematcht. Sophie teilte meine Leidenschaft fürs Netzwerken und half mir, meine nächsten beruflichen Zielfindung zu formulieren: Wo will ich hin? Warum will ich da hin? Mit wem will ich da hin? Und wer kann mir dabei helfen? Ich lernte in jenen inspirierenden Gesprächen wahnsinnig viel über Konflikt- und Selbstmanagement und wie ich den sprichwörtlichen roten Faden in meinem vermeintlich „bunten“ Lebenslauf hineinweben konnte.

Durch all diese wunderbare Unterstützung schaffte ich es als Trainee in das Quereinstiegsprogramm der Bundesagentur für Arbeit. Mein bis dato größer Schritt auf der Karriereleiter! Dieses Traineeprogramm beinhaltete neben vielen fabelhaften Seminaren auch ein Mentoring. Und so rief mich Ende 2017 das Sekretariat meiner dritten Mentorin Regine an. Sie habe sich für mich als Mentee entschieden, weil ich einen ungewöhnlichen, bunten Lebenslauf hatte. Regine begleitete mich auf dem Weg zur Führungskraft, schulte meine Fähigkeit zur Selbstreflexion auf ein neues Höchstmaß und gab mir eine der wichtigsten Fragen für mich als Mensch mit auf den Weg: „Was tut Dir gut?“

Ich bin Karin, Sophie und Regine für all ihre Zeit, Geduld und Tipps so unendlich dankbar! Zum einen wäre ich beruflich jetzt wahrscheinlich ganz woanders – wo ich definitiv nicht würde sein wollen. Zum anderen bin ich dank der vielen Gespräche als Mensch gereift. Diese wunderbaren Erfahrungen habe ich nicht alleine erlebt, sondern weil ich bewusst Unterstützung und neue Vorbilder gesucht habe, die mich inspirieren und den Kontakt zu ihnen gesucht habe.

Daher teile ich mit dir hier meine 7 Gründe, warum sich ein Mentoring-Programm lohnt:

  • Du findest Vorbilder, die andere & neue Wege gegangen sind
  • Du findest Unterstützung, gerade als Bildungsaufsteiger*in
  • Du findest den Mut, im Berufsleben, mehr zu fordern
  • Du lernst dich selbst besser kennen
  • Du lernst so tolle Menschen kennen
  • Du erklimmst die Karriereleiter nicht alleine
  • Du erhältst einen Außenblick, der neue Perspektiven aufzeigt
  • Mein geheimer 8. Grund: es macht einfach Spaß! 😊
Über den Drang, sich mit Kindern beruflich zu verwirklichen

Über den Drang, sich mit Kindern beruflich zu verwirklichen

Familie alleine wäre nichts für dich? Du brauchst die Herausforderung im Beruflichen um erfüllt zu sein? 💡

Du bist nicht allein! Karin Heinzl Gründerin von MentorMe erzählt in der aktuellen #MamaLeaders Podcastfolge ganz offen wie sie es trotz zahlreicher Hürden schafft, ihre Version der Vereinbarkeit von Familie und Karriere zu leben.

Erfahre in dieser Folge von MaMaLeaders:
✅  Was sich für Karin durch die Mutterschaft am meisten verändert hat
✅  Welche Gründe zu einer einseitigen Elternzeitaufteilung geführt haben auch wenn es sich Karin anders gewünscht hätte
✅  Warum Karins größte unternehmerische Herausforderung die Vereinbarkeit von Familie und Karriere ist
✅  Warum es zu Beginn schwer war ihr erstes Kind in Fremdbetreuung zu geben und was sich beim zweiten Kind geändert hat
✅  In welchen Bereichen Karin eine Rückkehr zur traditionellen Rollenaufteilung beobachten konnte
Und vieles mehr.

Im Vereinbarkeits-Dschungel – Wieso vor allem Mütter von Mentoring profitieren

Im Vereinbarkeits-Dschungel – Wieso vor allem Mütter von Mentoring profitieren

Die Binsenweisheit ist: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Balanceakt. Was dir keiner sagt: Frau balanciert nicht nur in schwindelerregender Höhe, sondern jongliert dabei kreischende Kettensägen, während das Seil hinter ihr brennt und kein sicherer Hafen in Sicht ist. Und in Zeiten einer weltweiten Pandemie macht sie das mit Mundschutz und im Home-Office, Home-Schooling etc.

So fühlt es sich zumindest für mich an. Ein Baby, ein Vollzeitjob, drei Passionprojekte und irgendwo zwischendurch auch Haushalt, soziales Leben und mein ‚Ich‘ (Ja, gab’s es nicht auch noch Sport, Bücher und Netflix?). Das ist viel. So viel, dass ich im täglichen Trubel rund um die verschiedenen To do Listen das große Ganze aus den Augen verliere. Klassischer Fall von: Vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen. Dabei sind wir uns doch einig, dass das große Ganze der entscheidende Schritt ist – sowohl in der Karriere als auch im Privaten. Hier werden die Weichen für die Zukunft gestellt: Welche Projekte möchte ich vorantreiben? Wo sehe ich mich? Wie komme ich dahin? Was sind meine Prioritäten? Oder auch: Was behindert meine Entwicklung?

Du bist nicht allein

Hier kommt Mentoring ins Spiel. Mentoring kann dir als Mutter helfen, diese und andere Fragen für dich zu lösen. Denn wer ist ein*e Mentor*in? Eine Person, die nicht in den Lianen dieses Dschungels gefangen ist. Eine Person, die Erfahrung(en) aus ähnlichen beruflichen oder privaten Situationen mitbringt, aber im wahrsten Sinne des Wortes ‚unbefangen‘ ist. Eine Person, die dir hilft Licht ins Dickicht zu bringen, einen Schritt zurückzutreten und auf den Wald statt auf den Ast zu schauen.

Ein neutraler Blick der Mentor*in aufs Wesentliche hilft dir, dich wieder zu fokussieren und deine Ziele in Angriff zu nehmen. Mentoring ist aber noch viel mehr: Sowohl die Mentor*in als auch andere Mütter im Netzwerk fungieren für mich persönlich stark als Vorbilder und Resonanzboden. Sie schaffen jeden Tag das gleiche (und noch viel mehr. Ihre Geschichten zu hören, von ihren Strategien und Bewältigungsmechanismus zu lernen, mich mit ihnen auszutauschen, inspiriert und ermutigt mich meinen Weg zu gehen. Die Gründerin von MentorMe, Karin Heinzl, rockt zwei Kinder unter zwei Jahren sowie ihr Business-Baby mit einem derartigen Feuer und einer ungezügelten Leidenschaft, die ansteckt. Coach und Mentorin, Anita Neumann, zeigt mir täglich Wege zu mehr Selbstfürsorge und wahren Vereinbarkeitsmomenten. Und Mentorin Luisa Hanke ist derartiger Profi, dass sie sogar das Vereinbarkeits_lab gegründet hat. Dabei sind das nur drei von Hunderten fabelhaften Inspirationsquellen der Community.

Apropos Community: Die Authentizität, die mit einem MentorMe Moms & Dads Abend einhergeht, wo auch mal über Kita-Runs und Telkos beim Stillen gesprochen werden darf, ist einmalig. Es ist ein Resonanzboden für die eigenen Herausforderungen und Gefühle, aber auch eine Ideenschmiede für Lösungen.

Keine möchte und sollte sich in diesem Dschungel allein durchmanövrieren. Jede braucht eine erfahrene Gefährtin, die Wege aus dem Unterholz aufzeigt, vor Fallstricken warnt, aber auch besonders sehenswerte Lichtungen verrät.

Jetzt geht’s nur um dich

Mehr als das: regelmäßige und verbindliche Mentoringeinheiten schaffen dir den nötigen Freiraum vom Alltagstrubel, um an dir und deinen persönlichen Zielen zu arbeiten.

Welche Mutter kennt es nicht? Der Tagesplan steht: Heute gibt es eine (oder vielleicht zwei) Stunden nur für dich! Ohne To Do Liste, ohne Care- oder Erwerbsarbeit, ohne Kind. Und dann läuft doch die Nase des Jüngsten, die Spülmaschine quillt über und ausgerechnet heute sind zwei ganz wichtige Projekte, die frau nicht aufschieben darf. Was machst du? Natürlich als Erstes die Me-Time radikal streichen. Das bedeutet (mal wieder) keine Zeit, in der du an deiner Entwicklung, deinen Zielen, deinen Prioritäten und deinen Leidenschaften arbeiten kannst. Würdest du auch so leichtfertig einen verbindlichen Termin streichen, wie du es mit deiner Me-Time machst? Meist halten wir Verabredungen mit anderen besser ein als mit uns selbst, da wir hier eine externe Verpflichtung spüren. Damit ist die Zeit fürs Mentoring, exklusive Zeit für dich.

Karriere mit Kind? Karriere trotz Kind?

Löst Mentoring nun wie eine Waldfee all deine Vereinbarkeitsprobleme? Sicherlich nicht. Neben der persönlichen Arbeit, ob in Beziehung, Arbeitsumfeld oder Balancieren, sind strukturelle Gründe für viele unserer täglichen Herausforderungen als berufstätige Mutter verantwortlich. Gegenwärtig leistet sich Deutschland nämlich einen paradoxen Luxus: Frauen werden zunächst zu hoch qualifizierten Fachkräften ausgebildet, anschließend aber nur halbherzig in den Arbeitsmarkt eingebunden. Während Frauen unter 30 mit 43 Prozent noch fast genauso stark in Leitungspositionen vertreten wären wie gleichaltrige Männer, sinke ihr Anteil mit der Familiengründung auf knapp über 20 Prozent und verbleibe dann auf diesem niedrigen Niveau. (Quelle: Die Studie „KARRIEREK(N)ICK KINDER: Mütter in Führungspositionen als Gewinn für Unternehmen“, Verlag der Bertelsmann-Stiftung).

Das bedeutet für viele Mütter mit beruflichen Ambitionen: Karriere trotz Kind. Das bedeutet für viele Familien ein Vereinbarkeits-Dschungel. Das bedeutet für viele Frauen ein stetiger Balanceakt. Genau hier kann Mentoring ansetzen: Mütter in ihrer Stärke unterstützen, ihre Ziele zu erreichen. Mit der richtigen Mentor*in können Mütter trotz struktureller Benachteiligung Karriere mit Kind machen. Dafür musst du nur den ersten Schritt auf der Trosse nehmen.


Dara Kossok Spieß ist nicht nur Mama, sondern auch Wiederholungstäterin aus Überzeugung: zum dritten Mal in Folge Mentee bei MentorMe. Sie unterstützt uns bei Social Media und durch redaktionelle Inhalte wie diesen hier. Wenn sie nicht gerade unsere Timeline aufhübscht und bereichert (danke Dara!), ist sie beim Handelsverband Deutschland e.V. als Referentin Netzpolitik und Digitalisierung tätig.

Finanzen für Frauen – ein Modethema?

Finanzen für Frauen – ein Modethema?

In letzter Zeit findet man immer wieder Finanztipps, extra für Frauen. Das erweckt den Eindruck, als bräuchten Frauen eine besondere Finanzberatung – was steckt dahinter? Unsere Mentorin Claudia Müller vom Female Finance Forum klärt auf!

Finanzberatung für Frauen, ist das notwendig?

Frauen benötigen keine rosafarbenen Versicherungen, und auch sonst funktioniert der Finanzsektor für alle Menschen gleich. Allerdings gibt es zwei große Bereiche, in denen Frauen und Männer unterschiedlich ticken: Die Lebensrealitäten und die Herangehensweise an das Thema Finanzen.

Zunächst unterscheiden sich die Lebensrealitäten zwischen Männern und Frauen:

  • Geschlechterspezifische Lohnlücke: Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer. Das wirkt sich sowohl auf unser Einkommen aus (Lohnlücke), als auch auf unsere Rentenpunkte (Rentenlücke) und auf unsere Möglichkeit, Geld zu sparen und zu investieren (Investitionslücke).
  • Lebenserwartung: Frauen werden im Schnitt etwa fünf Jahre älter als Männer. Das heißt, dass wir mit weniger Geld länger leben – wir müssen also ganz anders planen und sparen.
  • Kinder: Meistens sind es Frauen, die länger Elternzeit nehmen und/oder danach in Teilzeit erwerbstätig sind. Dementsprechend bekommen Frauen weniger Rente und haben zudem weniger Möglichkeiten, Geld beiseite zu legen. Nach einer etwaigen Trennung oder Scheidung bleiben die Kinder meistens bei der Frau. So toll Kinder sind – sie sind teuer. Wenn wir alleinerziehend sind, ist es sehr schwierig, einer Vollzeit-Erwerbstätigkeit nachzugehen. Wir verdienen dadurch wieder weniger als die Männer (von den Karriereaussichten ganz zu schweigen), während wir gleichzeitig durch die Kinder höhere Kosten haben.
  • Pflege: Der Großteil der Pflege von Angehörigen (übrigens selbst, wenn es die Angehörigen des Mannes sind) wird von Frauen übernommen. Dies birgt ähnliche finanzielle Hürden wie das Kinderkriegen.
  • Trennung: Im Normalfall wird alles Vermögen, das während der Ehe-Zeit hinzuverdient wurde, zum Zeitpunkt der Scheidung zu gleichen Teilen auf die beiden Partner aufgeteilt. Das gilt für eine Immobilie ebenso wie für die Rentenpunkte. Allerdings tritt die durchschnittliche Scheidung in Deutschland nach 14 Jahren Ab diesem Zeitpunkt ist jeder Partner auf sich selbst gestellt. Für Männer sind das häufig die „fetten Jahre“ mit hohem Gehalt und hohen Rentenansprüchen; für Frauen, die weiterhin die gemeinsamen Kinder betreuen, sind das weiterhin eher magere Jahre. Während dieser Zeit ist der (häufig besserverdienende) Partner nicht mehr verpflichtet, die weniger gutverdienende Ex-Partnerin finanziell zu unterstützen; sie ist nach dem Karriereknick und in Teilzeit auf sich alleine gestellt.

Hinzu kommt eine andere Herangehensweise an das Thema Geld:

  • No risk, no fun? Entgegen aller Klischees: Frauen sind nicht risikoscheu. Wir sind risikobewusst. Das heißt, dass wir mehr Informationen haben wollen, bevor wir eine Entscheidung treffen. Das führt dazu, dass wir sehr gute Investorinnen sind. Gleichzeitig führt das auch dazu, dass wir länger brauchen, bis wir eine Entscheidung treffen. Und das bedeutet verlorene Zinseszinsen und somit weniger Gewinn auf unsere Investitionen, einfach weil wir später anfangen.
  • Trau dich – oder nicht? Bereits in der Schule sind Mädchen in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zurückhaltender als in anderen Fächern – allerdings nur, wenn auch Jungs in der Klasse sind. Dasselbe Verhalten lässt sich beim Thema Finanzen erkennen: Männer dominieren, Frauen halten sich zurück, insbesondere bei einem männlichen Finanzberater.
  • Verkauf oder Empfehlung? Wir Frauen legen hohen Wert auf die Empfehlungen unseres Umfelds, insbesondere unseres weiblichen Umfelds. Wenn aber über Geld nicht geredet wird, kann uns niemand etwas empfehlen. Zudem sind die Finanzberater meistens männlich und haben ein Interesse daran, uns ein Finanzprodukt zu verkaufen, anstatt uns zu beraten.

Diese Unterschiede sollten bei der Finanzplanung beachtet werden. Bislang richtet sich der Finanzsektor aber hauptsächlich an die männlichen Kunden und blendet die Bedürfnisse der weiblichen Kundschaft aus.

Geld macht nicht glücklich!

Muss sich denn immer alles um Geld drehen? Immerhin: „Geld macht nicht glücklich.“ Dieses Sprichwort kennen die meisten von uns. Tatsächlich ist es aber nur halb zutreffend. Die Bundesregierung hat in einer Befragung herausgefunden, dass finanzielle Absicherung eine der Grundlagen für Lebensqualität ist. Menschen mit Schulden haben ein höheres Risiko, depressiv zu werden oder Angstzustände zu entwickeln. Außerdem machen Geldsorgen einsam, denn viele soziale Aktivitäten kosten Geld. Im ersten Schritt geht es also nicht darum, reich zu sein; es geht darum, dass es reicht.

Zudem schränken uns Geldsorgen in unserer Entscheidungsfreiheit und unserer Entscheidungsqualität ein. Bei vielen Entscheidungen, bei denen es vordergründig um Mut geht, geht es hintergründig um Finanzen: Der Sprung in die Selbständigkeit fällt leichter, wenn ausreichend Rücklagen vorhanden sind, um ein Scheitern zu überstehen. Langfristige Pläne beruhen häufig auf zuverlässigen langfristigen Finanzflüssen durch ein geregeltes Gehalt oder andere regelmäßige Einkommensquellen.

Bei Betrachtung der Rentenentwicklung sehen wir zudem, dass das Rentenniveau seit 1980 kontinuierlich gesunken ist. Uns auf die (gesetzliche und betriebliche) Rente allein zu verlassen, ist blauäugig. Wir müssen uns also aktiv um unsere Finanzen kümmern. Das gilt für die Altersvorsorge ebenso wie für die kurz- und mittelfristige Finanzplanung.

Wo kann ich mich unabhängig informieren?

Es gibt viele unabhängige Informationsquellen: YouTube-Videos, Bücher, Zeitungen, Blogs… Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Wichtig ist, dass die Quelle unabhängig ist. Dafür bieten sich die klassischen Verbraucher-Portale wie die Verbraucherzentrale oder Stiftung Warentest an. Generell ist eine hilfreiche Frage bei der Beurteilung einer Quelle: Was hat die Person davon, dass sie mir dieses Produkt empfiehlt? Hat sie selbst einen Vorteil daraus, oder empfiehlt sie mir das aus wirklicher Überzeugung?

Sei das Vorbild, das du dir gewünscht hast!

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein neues Vorhaben ist der Glaube daran, dass es möglich ist. Für diesen Glauben sind Vorbilder immens wichtig. Vorbilder zeigen uns, dass andere Menschen, die uns womöglich ähnlich sind, etwas bereits geschafft haben; damit zeigen sie uns, dass wir es auch schaffen können. Solche Vorbilder sind zum Beispiel über ein Mentoring-Programm zu finden, das gezielt den Kontakt zu Menschen herstellt, die uns als Vorbild und Ratgeber*in inspirieren und motivieren können. (Deine/n Mentor*in findest du hier)

Wie fange ich an?

Zunächst ist es wichtig, über Geld zu reden: Mit dem Partner/der Partnerin, mit unseren Kindern, mit den Freundinnen. Jede Einzelne kann anfangen, das Tabu rund um das Thema Geld zu durchbrechen. Dann sollte ich mich mit einer Bestandsaufnahme befassen: Wieviel kommt rein, wieviel geht raus, und wieviel kann ich sparen? Dabei hilft ein klassisches Haushaltsbuch (oder modern als App) enorm. Der Sparbetrag geht zunächst in den Aufbau eines Notgroschens, also eines finanziellen Ruhekissens, von dem wir drei bis sechs Monate leben können. Und dann geht es ans Investieren. Auch hierbei ist der wichtigste Schritt, aktiv zu werden. Dafür müssen wir nicht alles bis ins letzte Detail verstanden haben: 80% richtig ist besser als 100% nicht gemacht. Außerdem ist es möglich, bereits ab 25€ z.B. in einen breit gestreuten Aktienfonds zu investieren. Wir müssen nicht reich sein, um zu investieren. Wir müssen investieren, damit es reicht.

Mit Finanzen ist es wie mit einer Fremdsprache: Am Anfang ist es mühsam, die Vokabeln zu lernen. Aber mit der Zeit geht es uns immer leichter von der Hand und wir entwickeln Freude daran.

Über das Female Finance Forum

Die Ökonomin Claudia Müller hat mehrjährige internationale Arbeitserfahrung u.a. bei der Deutschen Bundesbank, wo sie für das Thema „Green Finance“ verantwortlich war. 2017 hat sie das Female Finance Forum gegründet. Im Female Finance Forum lernen Frauen den Umgang mit Geld und Finanzprodukten. Es findet kein Verkauf von Finanzprodukten statt, sondern Frauen bekommen die Grundlagen der finanziellen Bildung übermittelt. Mittlerweile wird sie regelmäßig von Bildungseinrichtungen und Firmen für Vorträge und Seminare gebucht, um Frauen und Männer für die Rolle von Finanzen für unser Leben und in unserer Gesellschaft zu sensibilisieren. Claudia ist außerdem Mentorin bei MentorMe und unsterstützt mit ihrer Expertise ehrenamtlich junge Frauen in Sachen Karriere und Finanzen.

Buchtipp: Finanzen – Freiheit – Vorsorge  

Diese und ca. 180 weitere Seiten voll kompakter und verständlicher Informationen gibt es in Claudias Buch „Finanzen – Freiheit – Vorsorge: Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit – nicht nur für Frauen. In diesem Buch erkläre sie, wie Finanzplanung funktioniert und wie man Geldanlage in die Tat umsetzen kann. Für alle Menschen, die ihre Finanzen endlich in die eigenen Hände nehmen wollen

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