7 gute Gründe für Mentoring – Warum ist es so wichtig?

7 gute Gründe für Mentoring – Warum ist es so wichtig?

Noch nie war Mentoring so gefragt wie heute. Entweder wünscht man sich eine*n Mentor*in oder möchte selbst eine*r sein. Im besten Fall sogar beides: Mentee UND Mentor*in sein!

Ich nenne dir hier meine 7 Gründe, warum Mentoring das Powertool ist, um dich weiterzuentwickeln:

1. Mentor*innen hören dir wirklich zu

In einer Welt mit vielen, oft oberflächlichen sozialen Kontakten, wollen wir mit unseren Anliegen – sei es Freud oder Leid – gehört werden. Und doch kennen wir alle auch Personen, die nur über sich selbst reden. Diejenigen, die nicht laut genug sind, die nicht stets die besten Geschichten parat haben oder zu allem eine Meinung haben, bleiben auf der Strecke. Solche Interaktionen sind weder erfüllend noch inspirierend. Sie rauben Energie.

Ein*e Mentor*in ist anders. Sein/ihr Hauptanliegen ist es, dir zuzuhören ohne das im Gegenzug auch von dir zu verlangen. Er/sie lauscht deinen Sorgen und gibt deinen Wünschen Raum. Ohne viel zu tun, schenkt er/sie dir dabei etwas Wesentliches: Die Möglichkeit, dass du über dich, deine Vergangenheit und deine Zukunft reflektieren kannst.

2. Mentor*innen interessieren sich für dein Weiterkommen

Oft ist es so, dass unser engstes Umfeld – Eltern, Partner oder Freund*innen – eine Idealvorstellung von uns hat. Das äußerst sich auch im beruflichen Kontext: Eltern wollen, dass ihr „Kind“ Jura, Medizin oder BWL studiert, während das „Kind“ Entwicklungszusammenarbeit oder Journalismus wählt. Kommiliton*innen meinen, dass man in die Unternehmensberatung gehen soll, um später in der freien Wirtschaft einen gut-bezahlten Job zu bekommen. Partner*innen wollen, dass ihre bessere Hälfte einen Job hat, in dem sie leicht Elternzeit nehmen kann.

Ein*e Mentor*in fährt keine solche Agenda! Er/sie will dich weder in eine Richtung drängen, noch den eigenen beruflichen Weg aufzwingen. Ein*e Mentor*in ist da, um dich auf deinem eigenen Weg zu begleiten und zu beraten.

3. Mentor*innen sparen dir Zeit, Energie und Arbeit

Wer kennt es nicht? Einen persönlichen Wandel zu erarbeiten, dauert lange; sei es die Jobsuche, das Updaten deines Lebenslaufs, die Einarbeitung in den neuen Job, die Positionierung im Unternehmen, das Hinarbeiten auf eine n Posten mit mehr Verantwortung, das Wagnis eines Quereinstiegs in eine fremde Branche oder das eigene Gründungsvorhaben. Zahlreich sind diese Situationen, die uns Zeit und Energie kosten … Und das alles soll passieren, während Leben und Arbeit weiterlaufen sollen.

Ein*e Mentor*in ist hier Gold wert, da er/sie per Definition mehr Erfahrung in dem Bereich hat, in dem die Mentee Erfahrungswerte, Ratschläge und Tipps sucht. Er/Sie hilft, Fallstricke zu vermeiden. Er/sie unterstützt dabei, Hürden effizienter und effektiver zu überkommen, da er/sie diesen Weg bereits hinter sich hat und auf einen Erfahrungsschatz zurückblicken und diesen teilen kann. Davon profitiert  die Mentee enorm.

4. Mentor*innen helfen, Unbekanntes zu entdecken

Manchmal sehen wir vor lauter Bäumen den Wald nicht. Im Großstadt-Dschungel unserer Zeit sowieso, denn wir werden permanent mit Informationen überhäuft, die es zu filtern und verarbeiten gilt: Was ist für uns relevant und was nicht? Das ist ein 24/7-Job ohne Pause. Was bleibt dabei auf der Strecke? Wir. Wir haben keine Zeit mehr, genauer hinzusehen, und zwar in uns selbst. Wir haben keine Zeit mehr, uns zu fragen: Was wollen wir? Sind wir dort, wo wir gerade sind, glücklich? Wenn nicht, was interessiert uns? Für was brennen wir? … und selbst wenn wir das wissen: Wie kommen wir dort hin?

Ein*e Mentor*in kann deine Situation aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Als Person ohne Agenda, der/die das Beste für dich will, deckt er/sie „blind spots“ auf. Das sind Dinge, die wichtig für dich sind. Das sind aber auch Dinge, die du aufgrund der steten Beschallung im Privaten und im Job oder vielleicht aufgrund deines eigenen „Hustles“ nicht siehst. Der Blick und der Fokus auf diese „blind spots“ kann helfen, Verborgenes zu entdecken – vielleicht das, wofür du wahrlich brennst?!

5. Mentor*innen fungieren als dein persönlicher Antrieb

Viele von uns kennen das: Unangenehme Dinge – wie die Jobbewerbung beim Traumunternehmen, das Gehaltsgespräch mit dem/der Chef*in oder den Schritt in die Selbständigkeit – schieben wir gerne vor uns hin. Dabei sind es oft gerade diese Dinge, die entscheidend für unsere Zukunft sind und uns am meisten bedeuten. Warum? Weil wir Angst haben, zu versagen.

Ein*e Mentor*in kann hier der Motor sein, der dich in Bewegung bringt! Wenn wir wissen, dass wir jemanden haben, der uns begleitet, fühlt es sich einfacher an, die Schritte zu gehen. Wenn wir jemanden haben, der uns bis zur nächsten Mentoringsession Aufgaben gibt, haben wir positiven Druck, diese zu erfüllen. Wenn wir jemanden haben, den wir bei Fragen kontaktieren können, sind herausfordernde Hürden leichter zu überkommen – und, sie machen sogar Spaß.

6. Mentor*innen können dir verschlossene Türen öffnen

Vitamin B ist auch im beruflichen Kontext wichtig. Trotzdem hat es nicht jede*r. So erleben wir alle Situationen, in denen wir Zugang zu etwas suchen, uns der Zugang aber verwehrt bleibt. Wir hatten niemanden, der uns die „Tür öffnete“; wie z.B. im Vorfeld von Bewerbungsgesprächen oder um einen Kunden zu gewinnen. Wie hilfreich ist es, sich vor solch Situationen mit jemanden auszutauschen, der den Arbeitgeber oder die Branche gut kennt? Denn so bekommen wir Insights, Tipps und im besten Fall interne Empfehlungen.

Ein*e Mentor*in in einem Unternehmen, in dem man arbeiten will, kann ein unglaublicher Asset sein, wenn es darum geht, Insider-Wissen zu erhalten. Ein*e Mentor*in in der Tätigkeit bzw. in der Branche, die man anstrebt, kann aus dem Nähkästchen plaudern: Welche Chancen hat man wo? Welche Skills bringen Bewerber*innen in die nächste Runde? Welche Arbeitgeber haben einen guten Ruf (oder einen schlechten)? Dies alles bringt einen wesentlichen strategischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz auf dem Jobmarkt: Wissen!

7. Mentor*innen vernetzen dich mit entscheidenden Personen

Networking is key! Viele Jobs werden vergeben, weil jemand jemanden kennt, der jemanden kennt. Bewerben sich auf eine Position oder ein Projekt hunderte Personen, kann es leicht sein, dass man in der Fülle aus Mitstreiter*innen und Angeboten untergeht. Wie schön wäre es, jemanden an seiner Seite zu wissen, der ein wohlwollendes Wort oder im besten Fall eine klare Empfehlung für einen ausspricht?

Ein*e Mentor*in, der/die aufgrund seiner/ihrer Erfahrung und Positionierung vernetzt ist, wird an dich denken, wenn sich eine Chance ergibt, die in deinem Sinne ist. Gleichsam wird ein*e Mentor*in auf deine Bitte, dich mit jemanden aus seinem/ihrem Netzwerk zu verbinden, mit einem Intro reagieren. Wie bereits erwähnt: dein Weiterkommen ist ihm/ihr wichtig. Last but not least, wenn ein*e Mentor*in mal keine Antwort auf deine Frage hat, wird er/sie immer überlegen, ob er/sie jemanden kennt, der dir weiterhelfen kann.

Mentoring ist ein Powerhouse für dich und deine berufliche Entwicklung! Es kann Leben verändern. Nutzt du es schon? Wenn nicht, schau dir unser Angebot hier an.

Text: Karin Heinzl, Gründerin & Geschäftsführung MentorMe

Frauen, lasst euch das Netzwerken nicht vermiesen

Frauen, lasst euch das Netzwerken nicht vermiesen

Wenn ich an meine ersten Gehversuche bei dem zurückdenke, was man heutzutage Networking nennt, wäre selbst „ernüchternd“ noch eine positive Umschreibung. Wie oft ich am Buffet stand und mich überwinden musste, Small Talk mit einer fremden Person anzufangen. In der Hoffnung, es verstecke sich ein interessanter und machtvoller Kontakt hinter dem Käse-Tomaten-Stick. Irgendwann zog ich mich an den Stehtisch meiner Kollegen zurück oder flüchtete in die Toilette, weil man zumindest dort Frieden vom vielen Blabla hatte. Studien belegen, dass Frauen bescheidener und zurückhaltender netzwerken als Männer. Es geht also vielen Frauen ähnlich, wie ich es damals erlebte.

Inzwischen netzwerke ich täglich. Mit Spaß und Erfolg. Das hat zwei Gründe. Erstens kenne ich inzwischen mein Ziel. Ich habe eine ganz persönliche Motivation, von der ich überzeugt bin und die mich antreibt. Früher, als Angestellte, war das Netzwerken eine Pflichtveranstaltung. Heute arbeite ich für MentorMe, ein berufliches Mentoringprogramm für Frauen, das ich selbst gegründet habe. Mithilfe der MentorMe-Community habe ich inzwischen weit über 1200 Frauen erreicht und fördere sie in ihrer beruflichen Entwicklung – durch Networking, Mentoring und Training.

Der zweite Grund: Ich netzwerke mit Frauen und Männern genauso, wie ich weibliche und männliche Mentoren hatte. Das ist leider immer noch nicht selbstverständlich. Auch die Frauen, die sich bei MentorMe als Mentees anmelden, zeigen oft ein anderes Bild, ebenso wie die Mentoren. Das ist nicht nur bei uns so, sondern in vielen Netzwerken: Es gibt zu wenig Männer, die Frauen fördern. Und zu wenig Frauen wollen Männer, die sie fördern.

Reinen Frauennetzwerken fehlt es an Schlagkraft

Es ist also ein Problem, das zwei Seiten hat. In vielen Branchen und in vielen Unternehmen sitzen nach wie vor Männer auf den Topposten. Dass wir Menschen – also auch Chefs – tendenziell jene Menschen bevorzugen und fördern, die uns ähneln, ist bereits erforscht. So weit, so bekannt.

Dass der Missstand auch von der anderen Seite herrscht, zeigt sich auch in unserem Netzwerk. MentorMe hat mehr als 700 registrierte Mentoren, die wir mit unseren weiblichen Mentees zusammenbringen. Mehr als vier Fünftel davon sind Frauen und nur ein knappes Fünftel Männer! Bei unseren Networkingevents – wir veranstalten rund 80 pro Jahr deutschlandweit – ist nur etwa jeder 30. Teilnehmer männlich! Das spiegelt auch die Nachfrage wider: Viele unserer Mentees wollen eher weibliche als männliche Mentoren.

Forciert habe ich diese Entwicklung nicht, im Gegenteil. Ich persönlich kämpfe unermüdlich dafür, auch Männer als Mentoren zu gewinnen. Für diejenigen, die sich nun fragen, warum MentorMe nur weibliche Mentees hat, lautet die simple, aber wahre Antwort: Es war der einfachste Ausgangspunkt für uns. Aber wenn sich inzwischen junge Männer an mich wenden und einen Mentor wollen, nehmen wir sie auch auf. Männer, fördert Frauen! Frauen, sucht euch männliche Mentoren!

Deshalb lautet mein dringender Rat: Liebe Frauen, wir sollten uns auch männliche Mentoren suchen, die uns in unseren Karrierezielen fördern, besonders wenn wir in die Chefetagen wollen, wo nun mal immer noch mehr Männer sitzen. Und, liebe Männer, ihr solltet auch Frauen fördern. Es gibt einen Mangel an männlichen Mentoren. Und es gibt mindestens genauso viele weibliche Talente, die eure Nachfolge antreten könnten. Auf jeden Fall mehr, als es euch augenscheinlich vorkommt.

So bringt Mentoring deine Karriere voran (t3n über Mentoring)

So bringt Mentoring deine Karriere voran (t3n über Mentoring)

Gutes Mentoring ist kein Selbstläufer. Um vom Wissen erfahrener Mitarbeiter zu ­profitieren, braucht es Zeit, Einsatz und Ehrlichkeit. Dann aber helfen Mentoren­programme ­dabei, Herausforderungen bei der eigenen Karriere besser zu meistern.

Dieser Tag war für ihre Karriere wichtig, Caroline Grün wusste das. Zum ersten Mal präsentierte sie ein Projekt direkt vor der obersten Führungsriege bei ihrem Arbeitgeber Vodafone. Ihr Ziel: die Zusage für ein neues Budget. Und einen guten Eindruck zu machen, natürlich. Vor den aufmerksamen Blicken ihrer Chefs startete sie ihre Powerpoint-Präsentation, begann, ihre Pläne zu erklären – und wurde schon nach wenigen Sätzen von Nachfragen unterbrochen. Alle begannen zu diskutieren, einen Moment lang hörte ihr niemand mehr zu.

Rund drei Jahre ist das nun her und noch immer hat Grün die Situation vor Augen: „Das hat mich damals total verunsichert“, sagt sie. Dabei wirkt die junge Frau in schwarzem Kleid und hellrotem Mantel ganz und gar nicht wie jemand, der sich leicht aus der Ruhe bringen lässt. Sie hat eine kräftige Stimme, einen wachen Blick und gilt bei ­Vodafone als Nachwuchstalent. Schon jetzt, mit 32 Jahren, leitet sie ein 37-köpfiges Team im Risk-­Management. Die schwierige Präsentation vor ihren Chefs hat Grün dennoch lange beschäftigt. „Zum Glück hatte ich meinen Mentor, mit dem ich die Situation besprechen konnte“, sagt sie.

Einen erfahrenen Partner als Mentor an ihrer Seite zu haben, das wünscht sich inzwischen die große Mehrheit der ­Berufstätigen. Eine Studie der International School of ­Management in Hamburg fand 2017 heraus, dass die Erwähnung von Mentoring-Programmen in Stellenanzeigen generell zu positiven ­Erwartungen hinsichtlich des Unternehmens und seiner Kultur bei Studierenden und Absolventen führt. Und die Personalberatung Robert Walters hat kürzlich bei einer Umfrage unter rund 130 Arbeitnehmern und -gebern festgestellt, dass 71 Prozent der Befragten Mentoring im Unternehmen für wichtig halten. Jedes zweite Unternehmen hatte derartige Programme zumindest für Berufseinsteiger im Angebot. Kein Wunder, versprechen sich Unternehmen von Mentoring-Programmen doch gleich mehrere Vorteile. So haben Rajashi Gosh von der Drexel University und Thomas G. Reio von der Florida International University festgestellt, dass sich sowohl Mentor als auch Mentee dadurch stärker ihrem Unternehmen verbunden fühlen. Zudem gilt Mentoring als wichtiges Instrument für die Karriere- und Nachfolgeplanung.

Prominente Beispiele dafür gibt es genug: So holte sich Facebook-­Boss Marc Zuckerberg regelmäßig Rat von Apple-­Gründer Steve Jobs. Post-Chef Frank Appel übernahm 2008 den Vorstandsvorsitz der Deutschen Post, nachdem sein langjähriger Mentor und Ex-Vorstand Klaus Zumwinkel wegen Steuer­hinterziehung zurücktreten musste. Und Springer-Verlagschef Mathias Döpfner hat seine Freundschaft zur Verlegerwitwe ­Friede ­Springer wohl auch nicht geschadet.

Gutes Mentoring kann der Karriere entscheidende Impulse geben. Die Initiative Mentorme setzt neben den klassischen Zweiertandems auch auf regelmäßige Events und Networking. (Foto: Studioafraz)

Ein genauerer Blick in die Forschung zeigt allerdings auch: ­Erfolgreiches Mentoring ist bei Weitem kein Selbstläufer. So konnte ein Forscherteam um Lillian T. Eby von der University of Georgia zeigen, dass schlechtes Mentoring Mentees sogar nachhaltig psychologisch schwächen kann – zum Beispiel, weil ein zu dominanter Mentor sie eher verunsichert als ­selbstbewusster macht. Und Gerhard Blickle, Wirtschaftspsychologe an der ­Universität Bonn, sagt sogar: „Bisherige Studien zeigen, dass formelles Mentoring, bei dem Unterstützer und Nachwuchs einander zum Beispiel durch ein Unternehmen zugeordnet werden, keine nachhaltigen positiven Karrierewirkungen hat.“

Von Reverse- bis Cross-Mentoring

Mentoren kommen in Unternehmen auf verschiedensten Ebenen zum Einsatz. Frauen-Mentoring etwa soll weibliche Netzwerke in Firmen stärken, um mehr Frauen in Chef­positionen zu bringen. Beim Reverse-­Mentoring lernen die Alten im Unternehmen von den Jungen. Zum Beispiel: digitaler zu denken. Und beim Cross-Mentoring tauschen sich Mentor und Mentee über Unternehmensgrenzen hinweg aus. Es gibt Programme, die sich speziell an Trainees und Berufseinsteiger richten, um ihnen den Start im Unternehmen zu erleichtern. Andere Programme ­helfen sogenannten „High-Potentials“, sich auf Führungsauf­gaben ­vorzubereiten.

Das gilt auch für Caroline Grün, eines der jungen Talente bei ­Vodafone, wie es dort heißt. Sie habe in den vergangen 1,5 Jahren viel von ihrem Mentor gelernt, sagt die Jungmanagerin. „Vor allem den Perspektivwechsel.“ Nach der schwierigen Präsentation vor ihren Chefs etwa grämte sie sich zunächst im Stillen, sprach dann aber doch mit ihrem Mentor darüber: Andreas ­Laukenmann, Bereichsleiter Consumer-Marketing, 48 Jahre. Dieser erzählte ihr, es sei ganz normal, unterbrochen zu werden. Vorstände hätten eben wenig Zeit und bräuchten schnell Informationen. Und ihr Ziel, ein neues Budget für ihr Projekt zu bekommen, habe Grün doch erreicht. Für die junge Frau ein Aha-Erlebnis: „Ich war enttäuscht, dass ich keine perfekte Präsentation geliefert hatte – und hatte völlig vergessen, dass ich erfolgreich war!“ Seitdem sehe sie viele Dinge im Job pragmatischer. Auch insgesamt sei sie in ihrem Auftreten durch das Mentoring sicherer geworden. Anfangs alle paar Wochen, inzwischen alle paar Monate holt sich die junge ­Führungskraft Rat, wenn sie nicht weiter weiß: War es in ­Ordnung, den Kollegen in einer bestimmten Situation zurechtzuweisen? Soll sie ein Problem im Team direkt ansprechen – oder erst einmal abwarten? Andreas Laukenmann vermittelt Grün das, was Experten intuitives Wissen nennen – Wissen also, das man nicht in Management-Büchern nachlesen kann, sondern das auf jahrelanger Joberfahrung beruht. „Das gemeinsame Reflektieren hat mir sehr geholfen, schnell in meine neue Rolle als Führungskraft hineinzuwachsen“, sagt Grün. Und Laukenmann ergänzt: „Gerade weil wir oft verschieden an Dinge herangehen – Caroline spontaner, ich eher faktischer – ist der Austausch ­bereichernd.“

Den richtigen Mentor finden

Grün hat ihren Mentor eher zufällig gefunden: Ihre Chefin hatte Laukenmann vorgeschlagen. Sie gingen Kaffee trinken, die ­Chemie zwischen den beiden Vodafone-Managern stimmte. Viele Firmen aber wollen sich nicht allein auf solche informellen Prozesse verlassen – und werden parallel dazu selbst aktiv. Auch bei ­Vodafone bekommen etwa Trainees direkt beim Berufseinstieg einen erfahrenen Mentor zur Seite gestellt.

Sehr ähnlich verläuft der Matching-Prozess beim Kölner Spezial­chemiehersteller Lanxess. Die potenziellen Trainees werden vor ihrem Jobstart bei einem eintägigen Assessment-Center durchleuchtet. Ihr späterer Bereichsleiter teilt ihnen nach der Zusage dann einen passenden Mentor zu – nicht selten nimmt auch schon der spätere Mentor bereits selbst an dem mehr­stufigen Auswahlverfahren teil. Die HR-Abteilung gibt dabei allerdings nur Richtlinien vor – etwa, dass der Mentor nie der direkte Vorgesetzte sein darf und dass ein gewisser Alters­abstand gewahrt sein muss. „Wir stellen fest, dass viele der Mentor-Mentee-­Beziehungen auch nach Beendigung des Trainee­programms ­weiter bestehen bleiben“, sagt Vera Bell, Leitung Talent ­Community Management beim Spezialchemiehersteller Lanxess – für sie ein Zeichen, dass die Beziehungen gut funktionieren.

Die größte Herausforderung des Matching-Prozesses ist ­dabei – wie beim Online-Dating –, den perfekten Partner zu finden. Wirksames Mentoring habe sehr komplexe soziale Voraussetz­ungen, sagt Wirtschaftspsychologe Gerhard Blickle. „Die ­persönliche Chemie muss stimmen, das Vertrauen langsam wachsen.“ Blickle stellt generell infrage, dass arrangierte Tandems zu einer erfolgreichen Mentoring-Beziehung führen können.

Die Vorhersage, ob zwei Menschen zusammenpassen, fachlich wie persönlich, ist in der Tat alles andere als leicht. Karin Heinzl hat mit „Mentorme“ ein unternehmensunabhängiges Mentoring-Programm gegründet, das sich speziell an junge Frauen richtet. Sie lässt sich bei der komplexen Matching-Frage von Software helfen. Um passende Partner zu finden, füllen bei Mentorme sowohl Mentoren als auch potenzielle Mentees ­vorab umfangreiche Fragebögen zu ihrer fachlichen Qualifikation, Persönlichkeit und ihren Erwartungen aus. Etwa, ob sie lieber mit ordnungsliebenden, direkten oder harmoniebedürftigen ­Menschen zusammenarbeiten. Ein Algorithmus unterstützt dann die Mentorensuche. „Beim ersten Treffen ist schnell klar, ob es passt – oder eben nicht“, sagt Heinzl. Fast wie bei der Dating-App ­Tinder.

Mentorme ist eines von zahlreichen Programmen für Arbeitnehmer, die bei der Mentorensuche nicht von ihrem Unternehmen unterstützt werden. Die Karrieremacher oder Mentor Lane sind weitere Anlaufstellen. Interessierte können sich hier in der Regel über ein Online-­Formular anmelden und bekommen dann von den Organisationen einen potenziellen Mentor zugeteilt. Ganz billig ist das allerdings nicht: Bei Mentorme kostet dieser Service je nach Jobstatus zwischen 396 und 576 Euro; bei Mentor Lane ist man ab 750 Euro dabei. Natürlich kann man die Mentoren­suche auch auf eigene Faust angehen – zum Beispiel, indem man Vorgesetzte in der eigenen Firma direkt anspricht. Freiberufler können erfahrenere Kollegen aus ihrem Netzwerk oder berufliche Vorbilder fragen. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt. Sprich: Zunächst verabredet man sich auf einen Kaffee, erklärt dann sein Anliegen und gibt dem Gegenüber Zeit, ein paar Tage darüber nachzudenken. Der Vorteil dieser Herangehensweise ist, dass man großen Einfluss darauf hat, wer der künftige Mentor wird.

Auch Firmen, die sich dafür interessieren, ein Mentoring-­Programm aufzusetzen, finden bei Mentor Lane und Mentorme Hilfe­stellung. Die Deutsche Gesellschaft für Mentoring (DGM) bietet neben vielen Informationen sogar eine Zertifizierung für Mentoring-­Programme an. Und Unternehmensberatungen sowie viele örtliche Handelskammern geben ebenfalls Tipps. ­Einige Handelskammern organisieren sogar eigene Cross-­Mentoring-Programme. Gerade für kleinere Unternehmen, für die sich ein eigenes Programm nicht lohnt, ist diese Form des Mentorings ­attraktiv: Sie stärkt das Arbeitgeber­image, zudem lernen die Mitarbeiter andere Unternehmenskulturen kennen, was neue Anregungen bringt. Gleichzeitig kann es auch für Mentees ­Vorteile haben, wenn ein Mentor nicht aus dem eigenen Unternehmen kommt. Natalya Nepomnyashcha, Gründerin des Netzwerks Chancen zur Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher, ist seit zwei Jahren als Mentorin für Mentorme tätig. In dieser Zeit hat sie zwei junge Frauen in den Beruf begleitet. Sie sagt: „Gerade ganz am Anfang ihrer Karriere fühlen sich viele wohler, kritische Dinge außerhalb ihrer Firma besprechen zu können.“ Etwa, wenn das neue Arbeitsumfeld nicht so gut passt wie erhofft.

Kriterien für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit

Bei Nils Berkemeier kann davon keine Rede sein. Er hat vor rund drei Jahren als Trainee bei Lanxess angefangen und arbeitet nun in der Finanzabteilung des Konzerns. Einen Mentor an seiner Seite zu wissen, habe ihm nicht nur geholfen, schneller ­Kontakte im Konzern zu knüpfen, sagt er. „Vor allem hatte ich immer die Sicherheit: Wenn irgendwelche Probleme auftauchen sollten, kann ich mich an Simon wenden.“ Berkemeiers Mentor Simon ­Berheide, selbst erst Mitte 30, hilft gern: „Es macht mir einfach Freude, die Entwicklung jüngerer Kollegen zu begleiten und zu deren Erfolg beizutragen.“

Damit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entstehen kann, brauche Mentoring allerdings einen klaren Rahmen, sagt Vera Bell von Lanxess. Sie empfiehlt Mentoren und Mentees, sich vor allem am Anfang, alle sechs bis acht Wochen zu treffen und auszutauschen. Im Talentprogramm von Vodafone geht man sogar noch einen Schritt weiter. Dort bekommen Mentoren und Mentees nach einem einführenden Workshop von der Personalabteilung die Vorlage für eine Mentoring-Vereinbarung zugeschickt, also eine Art persönlichen Vertrag. Darin legt das Tandem gemeinsam fest, welche Ziele das Mentoring erfüllen soll –, etwa Kontakte in bestimmte Fachbereiche zu knüpfen oder sich bestimmte Fähig­keiten anzueignen. Zudem sollten Teilnehmer offen über ihre Erwartungen sprechen, rät ­Talent-Managerin Hanna Eßer. „Was kann der Mentor leisten? Wo gibt es Grenzen? Wie sollte sich der oder die Mentee einbringen?“

„Das gemeinsame Reflektieren hat mir sehr ­geholfen, in die Rolle als Führungskraft hineinzuwachsen.“

— Caroline Grün Head of Risk Management, Vodafone

Die wichtigste Voraussetzung im Mentoring sei dann, dass sich beide Seiten Zeit nehmen – und der Mentor tatsächlich helfen wolle, sagt Mentorme-Gründerin Heinzl. „Ein Mentor sollte nicht drei Stunden von seinem Lebenslauf erzählen und dann sagen: Mach das genauso.“ Stattdessen gehe es viel darum, zuzuhören und gemeinsam mit dem Mentee die Vor- und Nachteile von Entscheidungen abzuwägen. So entstehe eine Partnerschaft auf Augenhöhe, von der im besten Fall auch der Mentor profitieren könne. Andreas Laukenmann, Mentor von Caroline Grün bei ­Vodafone, kann das bestätigen. Überrascht sei er gewesen, als seine Mentee ihm das erste Mal erzählte, dass sie sich manchmal fremd fühle als einzige Frau unter Männern in Meetings: „Wieso? Darauf achtet doch keiner“, sagte er damals. Nach diesem Gespräch aber begann er selbst gewisse Details zu beobachten. Sitzen Männer in reinen Männerrunden tatsächlich anders als in gemischten Meetings? Fallen andere Sprüche? „Plötzlich habe ich gemerkt, dass es da tatsächlich einen Unterschied gibt.“ Dieses Mal war der Aha-­Moment auf seiner Seite.

Der Erfolg hängt auch vom Mentee ab

Den größten Anteil daran, ob ein Mentoring wirksam ist oder nicht, hat allerdings der Mentee. „Wer glaubt, beim Mentoring alles auf dem Präsentierteller zu bekommen, liegt falsch“, sagt Heinzl. „Es ist die Aufgabe des Mentees, zu definieren, was er oder sie aus einer solchen Beziehung mitnehmen möchte.“ Das gilt insbesondere für Mentees, die sich ihren Mentor selbst suchen. Sie sollten sich zunächst die Frage stellen, was sie von ihrem ­Mentor überhaupt erwarten: Soll er ihnen fachlich oder persönlich helfen? Welche Kompetenzen, welches Netzwerk sollte er oder sie mitbringen? Welche Ziele will man durch das Mentoring erreichen? Ist der passende Mentor dann gefunden, gilt es auch, die einzelnen Treffen jeweils vorzubereiten, mit konkreten Fragen oder zumindest Themen, die es zu besprechen gilt. Wer die Be­ziehung zu seinem Mentor ernst nimmt, muss also nicht nur einiges an Zeit, sondern auch an Hirnschmalz investieren.

Artikel am 24.02.2019 bei t3n veröffentlicht.

Ab durch die gläserne Decke (Interview mit Deutschlandfunk)

Ab durch die gläserne Decke (Interview mit Deutschlandfunk)

„Ich habe MentorMe gegründet, weil ich erkannt habe, egal zu welcher Zeit – ob damals, als ich in den Beruf eingestiegen bin, drei Jahre später, sieben Jahre später – Frauen die selben Hürden haben, die selben Schwierigkeiten zum Teil, und die selben Fragestellungen wie ich damals.“ Sagt Karin Heinzl, die früher für die FDP-Bundestagsfraktion gearbeitet hat.

Mentoring-Programme gibt es viele in Deutschland – meist richten diese sich an eine bestimmte Branche oder finden innerhalb von Unternehmen statt. MentorMe hat einen offenen Ansatz – sie wollen in allen Branchen vermitteln. Als Mentee bewerben können sich Studentinnen, Absolventinnen und „Young Professionals“ – also, Frauen, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Cristin Gehrlein ist eine davon. Sie sagt:

„Es hat sich dann so ergeben, dass wir uns eigentlich alle drei Wochen getroffen haben. Dann haben wir so ein bisschen zusammen reflektiert über die letzten Wochen. Es war nie so, dass Isabella mit 20 Seiten PowerPoint ankam.“

Priorisieren – aber wie?

Nach einem Bachelor in Medienwirtschaft landete Cristin Gehrlein in Berlin. Dort musste sie entscheiden, wie es weitergeht: ein Volontariat oder einen Master anfangen? Gleichzeitig wollte sie auch ihrem Interesse an Politik nachgehen. Cristin Gehrlein hatte Probleme dabei, alles unter einen Hut zu bekommen. Dann traf sie durch MentorMe Isabella Neisinger.

„Ich erinnere mich, als du zu mir gekommen bist und gesagt hast: ‚Ich hab so viele Sachen, die ich mir anschaue, Veranstaltungen, wo ich gerade den Politikbereich kennenlerne. Und ich schaffe einfach nicht drei Veranstaltungen pro Abend. Was kann ich tun?‘“

Isabella Neisinger gab Cristin Gehrlein dann den Rat, sich einmal die Woche mit einem Tischkalender hinzusetzen und interessante Veranstaltungen zu priorisieren. So – mit einfachen Ratschlägen – klappt Mentoring auch, wenn die Berufswege von Mentee und Mentorin nicht 1:1 zusammenpassen. Isabella Neisinger hat lange in der Beratung gearbeitet, ist jetzt Referentin im Auswärtigen Amt. Cristin Gehrlein kann sich einen Job in einer Stiftung oder NGO vorstellen.

Nicht vorgeben, sondern bestärken

„Mentoring heißt nicht, jemand den Weg, den man gegangen ist, aufzuzeigen und vorzuzeigen. Sondern jemanden dabei zu bestärken, seinen eigenen Weg zu gehen,“ meint Neisinger.

An MentorMe schätzt Isabella Neisinger die Offenheit – dass ihr als Mentorin viele Freiheiten gelassen werden. MentorMe gibt einen Leitfaden vor. Wie genau das Mentoring mit Cristin Gehrlein abläuft, was besprochen wird, das konnten die beiden selbst entscheiden. So ging es zum Beispiel um politisches Engagement:

„Ich war immer politisch interessiert und hatte auch eine politische Meinung, aber ich hatte in der Vergangenheit immer das Gefühl, dass es hundert gute Gründe gibt, nicht in eine Partei einzutreten. Dann war der Moment gekommen, mit Isabellas Kick in den Hintern – jetzt trete ich ein, jetzt werde ich aktiv.“

Vertrauensvolle Gespräche helfen

Cristin Gehrlein engagiert sich nun ehrenamtlich in einer großen Partei. Nicht nur dabei hat sie Isabella Neisinger bestärkt. Sich im Job behaupten, Bewerbungen schreiben – das sind alles Sachen, die Cristin Gehrlein in der Vergangenheit nicht leicht fielen. Mit ihrer Mentorin konnte sie im Vertrauen darüber sprechen.

„Ich finde, wenn man in den Beruf startet, hat man ganz viele Ängste, was falsch zu machen: vielleicht die Kultur noch nicht zu kennen, zu viel zu sagen, zu wenig zu fragen. Das war was, was wir mit konkreten Situationen gemacht haben. Wenn Cristin gesagt hat – „Ich hab das bei der Arbeit, ich fühl mich da nicht so wohl“– da hab ich nachgebohrt, worum geht’s eigentlich und dann einfach auch bestärkt“, berichtet Neisinger.

Zufrieden mit dem Plan für die Zukunft

Nach einem knappen Jahr Mentoring fühlt sich Cristin Gehrlein sicherer in der Arbeitswelt. Und: Sie hat einen Plan für die Zukunft gefasst. Im Frühjahr beginnt sie einen Master und sucht sich dann einen Studentenjob im politischen Bereich.

„Ich habe einen Plan, ich habe einen Plan für die nächsten Jahre, mit dem ich zufrieden bin. Aber was vor allem gut war, ist, dass ich eine andere Sichtweise auf meine Zukunft insgesamt habe, weil Isabella mich einfach bestärkt hat.“

Interview mit Gründerin und Geschäftsführerin Karin Heinzl

Interview mit Gründerin und Geschäftsführerin Karin Heinzl

Interview with Karin – founder of @mentorme_berlin

Not only have women caught up with men in terms of education, there are statistics showing that women in some countries even surpass men in educational achievement. Women are strong, focused and are great team contributors.

Despite these amazing attainments, gender Inequality in the workplace persists. Sometimes it starts as early as in the interview process for an opening. Our todays #heroine_of_the_week Karin Heinzl from @mentorme_berlin and her great team encourage young female professionals (students and graduates) to go beyond stereotypes and mentors them to succesful carreers. Read Karins honest and inspiring interview below.

If you wish to become part of the project: MentorMe Berlin will start the mentee-application phase for their third program year, starting in November 2017, before summer. To receive updates, please follow MentorMe on Facebook.

To all men and women who want to become mentors, please fill out online form.

Let us support this beautiful initiative!

@ichselbstaendig: Karin, your inspiration for MentorMe was your work in an NGO in India. This is very exciting and an unexpected turn in your career, can you tell us a little bit more about how MentorMe was born?

Karin: I worked in German politics. When my political party got voted out of the Bundestag when losing a federal election in Fall 2013, I lost my job. But, when a door closes another one opens: I got a chance to go to India and work for a NGO in Mumbai. So, I packed my luggage, flew to Mumbai and stayed and lived in a rural village with the locals for the first half of 2014. This experience was incredible. It reached and pushed my own boundaries. When coming back, I was certain: I want to do something that has a positive impact on other people’s lives. Long story short and a couple of months later, I decided to start a social venture: MentorMe, a job-related program for female students and graduates. MentorMe completely changed my life: it gave me freedom and incredible responsibility. But I love it. I really and full-heartedly love it.

@ichselbstaendig: Do you believe there is still a gap between opportunities for women and men in our modern business world?

 

Karin: Yes and it starts with the job entry. Young women tend to be more critical about themselves than men, when deciding whether they should apply for a job. It continues with middle management. Men are more often then women part of a male “rope team”, where they have seniors or mentors in higher positions, who help them climb up the career ladder. This is also the time when women, after giving birth, have problems to find back into their jobs because many companies do not offer a family friendly environment. Last but not least, it is also reflective with higher management. In Germany, company boards are still underrepresented by women. They make up only 22% of the members of supervisory boards. So, you see the imbalances from the bottom all the way up to the top.

@ichselbstaendig: How do you and MentorMe help young girls to find a suitable career path?

Karin: With MentorMe we offer young women a holistic program, that includes 3 services: 1) individual mentoring with experienced mentors who guide them in finding their way 2) online and

offline training on skills for the job entry (such as rhetoric and presentation) and 3) an abundance of networking events such as company visits, job interviewing sessions, evenings with experts from various branches and many more. This combination, paired with intensive personal assistance as well as job offerings, is our way of bringing our mentees into the working world.

 

@ichselbstaendig: As a founder of a NGO how do you deal with financial needs of your organization? Apart from donations, do you have paid services that both mentors and mentees can participate in?

 

Karin: The financial side is important and worrying at the same time because without a throughout financial strategy no NGO can sustain over a long period of time. Naturally, we think a lot about how we can build a financial foundation for MentorMe while not overcharging those we want to support, our mentees. Right now, our mentees pay a small yearly fee. What we have already in place but want to increase is our number of paid partnerships with companies and organisations. We offer them to make their employees to mentors of mentees who want to work in their job fields. With this kind of cooperation, companies can engage in CSR, build a positive employer branding and diversity strategy as well as engage in innovative recruiting that benefits mentees and mentors alike.

@ichselbstaendig: What was your biggest challenge as an entrepreneur so far? Where did you find the knowledge and power to deal with it?

Karin: The biggest challenges are in fact not the obvious ones such as team building, financial shortcomings or strategic decisions. As an entrepreneur, I think it’s rather challenging to overcome times of personal exhaustion and to regain power and motivation from within. Personally, I’m absolutely convinced by the mission and the vision of MentorMe. This and running at least four times a week give me the inner peace I need to sustain through hard times. Besides that inner strength, my team and I get much positive feedback form our mentees and our mentors. It simply makes me happy when mentees find their way into a job either through our direct or indirect support – and, I love to hear that mentors connect with each other. This is the beauty of our program: We really help each other.

@ichselbstaendig: What are your plans for 2017? Do you plan to bring MentorMe to a new level and create such wonderful programs in other geos as well?

Karin: We have many plans: most importantly, we want to further digitalize our services – mentoring, training and networking – so that more students and graduates all over Germany get mentorship and support. Then, we want to physically expand MentorMe to Frankfurt in order to engage in some more partnerships with companies in that region. Also very high on our agenda: We want to reach more students and graduates with migration background and women of color to increase our own diversity.

@ichselbstaendig: We can imagine that the amount of mentees is enormous, how do you find suitable mentors?

Karin: Interestingly, the mentors find us! When we started, we had to pro-actively ask people to becoming mentors but now many men and women come to us because they see what they can get back: appreciation, self-reflection, leadership skills, access to a big network of other mentors from various industries and fields and, very important, fun and joy when seeing another person grow.

@ichselbstaendig: What is your message to women who still did not dare to create their own business/project?

Karin: Just try it now. Don’t be afraid because you cannot lose. In fact, you can only win when you do what you love and love what you do. Even if it won’t be successful, I guarantee that you have learned so much and met so many great people in the intercourse of creating something that you feel passionate about. Go out and speak to people. Find people who are willing to support you and believe in you. Be ready to work hard, non-stop and be tired. Be prepared to make mistakes – they come anyways – but also to learn fast from them. And, have fun!

@ichselbstaendig: Karin, you are an inspirational woman in so many ways, but is there a woman that inspires you?

Karin: I don’t have a specific woman in mind. I have the highest respect for every woman who dares to do things she is afraid of or which makes her feel uncomfortable. And, I love women who support each other and follow their heart even if logical reasoning tells them not to.

@ichselbstaendig: An important subject we missed, or if there is anything you would like to share to our followers and members?

Karin: We will start the mentee-application phase for our third program year, starting in November 2017, before summer. To receive these updates, please follow us on Facebook: facebook.com/MentorMeBerlin

To all men and women who want to become mentors, please fill out our online form here: http://mentorme-ngo.org/teilnahme/bewerbungsformular-fuer-mentoren

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