zeb und MentorMe verbindet eine enge Partnerschaft mit einem klaren Ziel: Frauen gezielt auf ihrem beruflichen Weg zu fördern. Durch die Kombination aus Beratungsexpertise und Mentoring unterstützen wir Fach- und Führungskräfte dabei, ihr Potenzial zu entfalten, Netzwerke auszubauen und ihre Karriere aktiv zu gestalten.
Wie das konkret in der Praxis aussieht – von kontinuierlicher Weiterentwicklung über den Umgang mit Rückschlägen bis hin zur Bedeutung von Netzwerken und Sichtbarkeit – zeigt das Gespräch mit Senior Managerin Dr. Christina Block. Ihre Einblicke machen deutlich, welche Faktoren heute entscheidend sind, um Karrieren nachhaltig und selbstbestimmt zu gestalten.
Was sind die wichtigsten Schritte, die du unternommen hast, um deine Karriere voranzutreiben?
Für mich stand nie die klassische Karriere im Vordergrund, sondern kontinuierliche Entwicklung.
„Karrieren verlaufen nicht mehr linear – entscheidend ist, bewusst zu gestalten, was man erreichen möchte.“
Ich habe mich deshalb konsequent auf die Aspekte konzentriert, die Wirksamkeit erzeugen:
- ein solides und vielseitiges Kompetenzprofil als Beraterin aufzubauen
- Projekte strukturiert zu führen und Teams weiterzuentwickeln
- Kund*innen gegenüber klar, verlässlich und lösungsorientiert aufzutreten
Diese Fokussierung hat es mir ermöglicht, Schritt für Schritt mehr Verantwortung zu übernehmen. Meine Erfahrung: Wer versucht, alles gleichzeitig zu erreichen, überfordert sich schnell. Wer dagegen priorisiert und Neues bewusst erlernt, entwickelt sich nachhaltig und damit automatisch in eine seniorere Rolle hinein.
Wie wichtig ist es, kontinuierlich neue Fähigkeiten zu erlernen, und wie gehst du dabei vor?
Beratung bedeutet, Kund*innen in Veränderungsprozessen zu begleiten, dies gelingt nur, wenn man selbst vor der Entwicklungskurve bleibt. Für mich ist kontinuierliches Lernen daher ein zentraler Bestandteil meines Rollenverständnisses.
In meinem Team reflektieren wir regelmäßig neue Trends, Technologien und Methoden und leiten daraus ab, was dies für unsere Arbeit sowie für unsere Kund*innen bedeutet. Dieser Prozess verlangt Zeit und Fokus, ist aber entscheidend, um relevant und wirksam zu bleiben.
Persönlich arbeite ich mit einem monatlichen Reflexionsrhythmus:
- Was kann ich weglassen, um effizienter zu werden?
- Welche neue Kompetenz, neues Tool oder Austauschformat könnte meinen Arbeitsmodus verbessern?
So entwickle ich mich kontinuierlich weiter – in kleinen, aber wirkungsvollen Schritten.
Wie gehst du mit Rückschlägen in deiner beruflichen Laufbahn um?
Rückschläge gehören für mich zu jeder Entwicklung. In der Beratung entstehen sie oft dann, wenn Projekte sich anders entwickeln als geplant oder Prioritäten sich verschieben. Ich gehe damit um, indem ich Situationen analytisch betrachte: Was ist passiert, welchen Anteil hatte ich, und was kann ich beim nächsten Mal anders machen? Für mich ist entscheidend, schnell wieder in die Handlungsfähigkeit zu kommen. Rückschläge geben Orientierung, wenn man bereit ist, sie als Daten und nicht als Misserfolg zu sehen.
Welche Rolle spielt Netzwerken für dich, und welche Tipps hast du für den Aufbau eines starken beruflichen Netzwerks?
Netzwerken ist für mich weniger eine „Strategie“, sondern ein langfristiger Beziehungsaufbau. Gerade als Frau in der Beratung ist Sichtbarkeit ein zentraler Erfolgsfaktor, weil Karrieren stark von informellen Informationsflüssen und vertrauensvollen Beziehungen abhängen. Ich pflege mein Netzwerk durch regelmäßigen Austausch, gemeinsame Reflexionen und aktive Unterstützung anderer Kolleg*innen. Mein Tipp: Netzwerken bedeutet Geben vor Nehmen. Wer anderen hilft, schafft Bindung, Relevanz und Vertrauen. Und: Netzwerke sollten divers sein, sowohl hinsichtlich Seniorität als auch Rollen und Perspektiven.
Was bedeutet für dich berufliche Gleichheit und wie kann diese erreicht werden?
Berufliche Gleichheit bedeutet für mich: gleiche Chancen, gleiche Entwicklungspfade und gleiche Bewertung von Leistung – unabhängig von Geschlecht, Lebenssituation oder Arbeitsmodell. Sie entsteht, wenn Unternehmen strukturelle Hürden abbauen, Transparenz schaffen und Führungskräfte aktiv Verantwortung übernehmen. Dazu gehören klare Kriterien für Karriereentscheidungen, flexible Arbeitsmodelle sowie eine Kultur, in der unterschiedliche Lebensrealitäten nicht zur Ausnahme, sondern zur Normalität gehören.
Wie können Frauen in der Wirtschaft besser unterstützt werden, um ihre Karrierezielen zu erreichen?
Frauen brauchen vor allem drei Dinge:
- Sponsoren & Netzwerke, die aktiv Türen öffnen
- Entwicklungswege, die zu ihren Lebensmodellen passen
- eine Kultur, die Potenzial nicht an Präsenz koppelt
In der Beratung heißt das konkret: frühzeitig Verantwortung ermöglichen, klare Perspektiven bieten und sicherstellen, dass Frauen auch auf den relevanten Projektrollen sichtbar werden. Programme und Netzwerke sind dabei extrem unterstützend, entscheidend ist aber auch das Verhalten der Führungskräfte im Alltag.
Wie siehst du die Entwicklung von Vielfalt in der Führungsebene von Unternehmen in den nächsten Jahren?
Ich sehe eine klare Dynamik hin zu mehr Vielfalt – getrieben durch regulatorische Anforderungen, demografische Entwicklungen und die Erkenntnis, dass diverse Perspektiven die Qualität von Entscheidungen erhöhen. Gleichzeitig reicht es nicht, nur Quoten zu definieren. Vielfalt wird sich nur dann in Führungsetagen etablieren, wenn Unternehmen strukturelle Barrieren reduzieren: transparente Auswahlprozesse, Vereinbarkeit und eine Leistungskultur, die nicht nur auf Präsenz basiert.
Was tust du, um ein Umfeld der Inklusivität und Wertschätzung am Arbeitsplatz zu fördern?
Ich fördere Inklusivität über meine tägliche Führung: klare Kommunikation, psychologische Sicherheit und das aktive Einholen unterschiedlicher Perspektiven. Ich spreche Biases offen an – auch die eigenen – und gestalte Teams so, dass jede Person fachlich und persönlich sichtbar wird. Für mich bedeutet Inklusion, dass Menschen sich trauen, zu sagen, was sie wirklich denken, und dass Leistung nicht mit Lautstärke verwechselt wird.
Wie wichtig ist es, dass Frauen sichtbare Rollen in der Politik und Wirtschaft übernehmen?
Sehr wichtig. Sichtbarkeit verändert mentale Modelle und beeinflusst die Erwartungen junger Frauen an ihre eigenen Möglichkeiten. Wenn Frauen nur vereinzelt an der Spitze sichtbar sind, wird Erfolg als „Ausnahme“ wahrgenommen. Sichtbarkeit schafft Normalität und zeigt, dass Führungsrollen keine Frage des Geschlechts sind. Für Unternehmen ist das entscheidend, weil Talente sich an Vorbildern orientieren.
Welchen Einfluss hat dein persönlicher Werdegang auf deine Sichtweise zu Diversity und Gleichheit in Unternehmen?
Mein Weg in der Beratung hat mir gezeigt, wie sehr Karriereverläufe vom Zugang zu Informationen, vom Verhalten von Führungskräften und von strukturellen Rahmenbedingungen abhängen. Ich habe erlebt, wie wichtig Klarheit, Unterstützung und Sichtbarkeit sind – besonders für Frauen. Diese Erfahrungen prägen meine Haltung: Diversity ist kein „Nice-to-have“, sondern eine Voraussetzung für faire Chancen und eine nachhaltige Organisationsentwicklung.
Vielen Dank für deine Zeit und deine Offenheit, liebe Christina!
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