Männliche Mentees bei MentorMe?

Männliche Mentees bei MentorMe?

MentorMe ist aus der Idee entstanden, Frauen auf ihrem beruflichen Weg zu stärken. Männliche Mentoren sind schon lange Teil unseres Netzwerks, aber schon seit einer Weile melden sich auch Männer bei uns, die sich beruflich und persönlich weiterentwickeln möchten. Und natürlich sagen wir da nicht Nein! Im vergangenen Programmjahr waren es bereits neun männliche Mentees. Einen von ihnen möchten wir euch heute vorstellen: Alexander Rieder und seinen Mentor Moritz Werner. Die beiden erzählen, wie sie zueinandergefunden haben, worüber sie sprechen und warum es sich lohnt, die eigenen Ambitionen manchmal neu auszuloten.

„Der größte Punkt, der mich beschäftigt, ist, dass ich mein Vater sein nicht nur als Nebensache empfinde, sondern fast sogar als zentralen Bestandteil meines Daseins. Ich bin mir im Übrigen auch sicher, dass mich das den ein oder anderen Karriereschritt gekostet hat und auch noch wird.“

 

Lieber Alex, du bist einer der ersten männlichen Mentees bei MentorMe: Wie bist du auf MentorMe gestoßen?

Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich über MentorMe gestolpert bin. Ich glaube Arbeitskolleginnen und LinkedIn. Auf jeden Fall war mir bis zur Anmeldung bzw. als Moritz das gesagt hatte, gar nicht klar, dass das bislang nur für Frauen war. Mir war es einfach wichtig, in meiner jetzigen Phase, mit jemandem zu sprechen, der mehr Lebenserfahrung hat als ich und meine Idee und Fragen zu spiegeln und mir auch den ein oder anderen Rat, Perspektiven usw. einzuholen.

Und wie hast du es als Mentor erlebt, lieber Moritz, einen männlichen Mentee in einem Netzwerk zu begleiten, das ursprünglich als Netzwerk für Frauen gestartet ist?

Als Alex mich als Mentor wählte, habe ich mich erstmal riesig gefreut. Ich finde es klasse, dass MentorMe auch inklusive gegenüber Männern ist und damit auch ihnen dieses tolle Angebot zukommen lässt. Alex ist mein fünfter Mentee und ich empfinde es unglaublich spannend einen jungen Mann, der in einem anderen Rollenkontext als meine Generation lebt, zu begleiten. Es ist beeindruckend, wie bewusster oder auch berücksichtigender er seine Familie in seine Überlegungen einbezieht. Gemeinsam haben alle Mentees – unabhängig ob Mann oder Frau, dass sie Suchende sind, sei es für den nächsten Karriereschritt oder auch für eine längerfristige Lebensplanung, was jedes Gespräch unglaublich spannend und lehrreich macht.

MentorMe hat einen starken Fokus darauf, Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen. Welche Herausforderungen oder Themen haben dich als Mann in deiner eigenen Karriere beschäftigt, bei denen du dir Austausch, Orientierung oder einen Sparringspartner gewünscht hast, lieber Alex?

Ich denke die Fragen sind ähnlich, die sich Frauen und Männer stellen – mit dem großen Unterschied, dass Männer automatisch ein besseres Netzwerk haben. Nicht weil sie aktiv dafür etwas tun, sondern einfach nur, weil sie Männer sind und in den Führungspositionen nach wie vor überwiegend Männer sitzen und sich dann im Zweifel die jüngeren Männer schnappen und diese fördern.
Der größte Punkt, der mich beschäftigt hat oder auch beschäftigt, ist das, was Moritz eben meinte: Dass ich meine Familie in meine Planung einbeziehe. Dass ich mein Vater sein nicht nur als Nebensache empfinde, sondern fast sogar als zentralen Bestandteil meines Daseins und den Job bisher eher als Nebensache gesehen habe. Das ist oft auf Unverständnis gestoßen und ich habe auch Ablehnung von anderen Männern dafür erfahren („hast Du Dir ja ausgesucht“) – also wieder etwas, wo bestimmt jede Frau jetzt sagt: Erzähl mir Neues, ist mein täglich Brot, aber mir als Mann auch unbegreiflich war und ist, warum das ein Problem sein sollte. Ich bin mir im Übrigen auch sicher, dass mich das den ein oder anderen Karriereschritt gekostet hat und auch noch wird.

Und für dich als Mentor, Moritz: Welche Unterschiede beobachtest du bei der Karriereentwicklung bei Frauen/Männern aktuell?

Vereinfacht gesagt, versuchen Frauen Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen, wohingegen bei Männern es eher Karriere und Familie ist. Das ist natürlich etwas klischeehaft gesprochen. Frauen sind soweit ich es beobachte, durchorganisierter und vielleicht auch zielstrebiger, um eben beides hinzubekommen, oder das Thema Familie bleibt manchmal auf der Strecke bzw. kommt sehr spät.

Was hat euch grundsätzlich dazu bewogen, Mentor bzw. Mentee bei MentorMe zu werden?

Moritz: Ohne meine Mentoren, wäre meine berufliche Laufbahn ganz anders verlaufen und ich habe zu denen die noch leben immer noch Kontakt und höre auf ihren Input. Diese Erfahrung und der Wunsch auch etwas beizutragen, haben mich dazu bewogen, Mentor zu werden.

Alex: Der Wunsch jemanden mit mehr Erfahrung zu haben, der aber auch versteht, was ich tue (Eltern etc. eher nicht, weil ganz andere Berufe) und sich mit dieser Person auszutauschen – beruflich aber auch persönlich.

Wie seid ihr aufeinander aufmerksam geworden und was hat euch beim Matching besonders angesprochen?

Alex: Ich kann es nicht auf die eine Sache reduzieren. Der Lebenslauf von Moritz war spannend. Ich wusste, dass er Erfahrung in meinem Berufsfeld hat und vom Alter her passte es auch, sodass ich das Gefühl hatte, da kann ich etwas mitnehmen und lernen. Und dann war es eine Bauchentscheidung auf Basis des Fotos und des ersten Gesprächs, die sich wie sooft im Leben als vollkommen richtig erwiesen hat. ☺️

Was habt ihr euch zu Beginn von eurem Mentoring erhofft?

Moritz: Dass ich Alex ein bisschen auf seiner Suche mit Fragen, Ideen und Motivation unterstützen kann.

Alex: Dass ich von Moritz Ideen, Perspektiven mitgegeben bekomme, wie ich mein Ziel erreiche, aber auch kritisch hinterfragt bekomme, ob das überhaupt realistisch oder sinnvoll ist.

Was habt ihr in eurer gemeinsamen Zeit voneinander gelernt?

Moritz: Es braucht ein paar Gespräche, um einander kennenzulernen und tiefer in den Austausch einzutreten. Mich beeindruckt, wieviel Bälle Alex in der Luft halten kann: Karriere, Familie, Sport, Hausbau … und dennoch präsent im Mentoring Gespräch zu sein.

Alex: Es ist auch mal völlig okay, Dinge liegen zu lassen. Dass nicht alles morgen passieren muss und vieles Zeit braucht. Und dass ich mit meiner Entscheidung, nicht ein klassischer Karrierist zu sein, völlig richtig lag, wie mir Moritz richtig gespiegelt hat.

Gab es einen Moment oder ein Gespräch, das euch besonders in Erinnerung geblieben ist?

Moritz: Es war im zweiten oder dritten Gespräch, als wir über die Ambitionen sprachen; Alex, der anfangs vorsichtig und zurückhaltend war, hatte seine große Ambition beschrieben. Ich fand er hätte als guter Sportler den Ball ruhig noch etwas weiter werfen können, das haben wir dann in dem Gespräch auch gemacht, um einfach ein noch spannenderes Bild seiner Ambitionen zu malen. Mit diesem Bild haben wir dann gearbeitet.

Alex: Lustig, genau das gleiche Gespräch, glaube ich. Ich war mir unsicher und fand meine eigene Ambition irgendwie überheblich und unsympathisch und wurde doch sehr positiv von Moritz Feedback überrascht.

Was hat sich durch euer Mentoring für euch konkret verändert?

Moritz: Die Arbeit mit Alex gibt mir einen sehr persönlichen Einblick, wie junge Paare heute versuchen, Beruf, Familie, Freunde und eigene Interessen zu organisieren ohne, dass einer der Partner zurückstecken muss.

Alex: Die Sicherheit – sofern das natürlich möglich ist – auf einem guten und richtigen Weg zu sein.

Was macht eure Mentoring-Beziehung aus und warum funktioniert euer Austausch so gut?

Moritz: Die Frage muss Alex beantworten, ich würde sagen, wir sind einfach sehr offen miteinander und es ist schön, dass auch Alex mir Fragen stellt … Das gegenseitige Interesse empfinde ich als sehr hilfreich, etwas was nicht bei allen Mentees so ist.

Alex: Danke für die Blumen. Aber ich sehe das Mentoring Programm nicht als reines: Ich will was, gib her. Sondern als gemeinsamer Austausch und Erfahrung für beide Seiten. Wenn das auch bei Moritz anders wäre, hätte es glaube ich auch nicht so gut geklappt. Ich glaube wir haben die ein oder andere persönliche Überschneidung, können bspw. das Interesse für Basketball nachvollziehen, aber auch andere persönliche Erfahrungen. Das hilft natürlich. Und ich würde auch sagen: ehrliches Interesse am Gegenüber.

Was möchtet ihr anderen Menschen mitgeben, die darüber nachdenken, ein Mentoring bei MentorMe zu starten?

Moritz: Auch wenn diese Frage mehr an Mentees gerichtet ist, ich denke, der Austausch mit einer Person, die weder professionell noch privat in irgendeiner Beziehung mit einem steht, dabei bereit ist, etwas berufliche und auch Lebens-Expertise zu teilen, kann sehr hilfreich sein, um klar zu werden, was man will und wo man hinmöchte.

Alex: Plain and simple: es lohnt sich. Und gerade, wenn man vielleicht auch nicht in Berufen oder Branchen ist, wo es Mentor*innen gibt, dann ist MentorMe eine sehr gute Plattform, um auf unkomplizierte Art die richtige Person zu finden. Vor allen Dingen, wenn man nicht nur jemanden sucht, mit dem man über den nächsten Karriereschritt sprechen möchte, sondern eben auch Lebenserfahrung teilen kann und will.

Vielen Dank für eure Zeit und Offenheit!

Weitere Interviews mit anderen spannenden Persönlichkeiten und Teams aus der MentorMe Community findest du in unserem Blog. Viel Freude beim Eintauchen in das, was uns ausmacht. Du bist Mentee oder Mentor*in bei MentorMe Germany und möchtest auch an dieser Reihe mit deinem Match teilnehmen, dann komm gern auf uns zu!

Du möchtest auch Teil unserer Community werden? Das freut uns sehr! Hier kannst du dich als Mentee sowie als Mentor*in anmelden!

Menschen, Mentoring & Community in IT & Tech

Menschen, Mentoring & Community in IT & Tech

MentorMe schafft mit seinem Mentoring- und Community-Angebot Räume, in denen Menschen voneinander lernen, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig stärken können. Eine wichtige Rolle spielt dabei unsere IT-&-Tech-Community (sponsored by MHP), die von unseren Community Leads Janine Boldt und Bronislava V. Panchenko gestaltet wird. Beide kennen MentorMe selbst aus der Perspektive der Mentee – und mitunter auch Mentorin – und engagieren sich heute ehrenamtlich dafür, Menschen aus der Branche miteinander zu vernetzen und den Austausch innerhalb der Community zu fördern.

Wir haben mit ihnen darüber gesprochen, was sie persönlich mit MentorMe verbindet, was sie aus ihrem Mentoring mitgenommen haben und warum sie sich heute selbst ehrenamtlich engagieren.

„Beruflich habe ich vor allem mitgenommen, dass ich mir Dinge zutrauen darf, die andere schon längst in mir sehen. Oft haben mir Menschen gesagt, dass etwas gar nicht so abwegig ist, während ich selbst eher auf die Bremse getreten bin.“

Stellt euch unserer Community doch kurz vor: Wer seid ihr und was macht ihr beruflich?

Janine: Ich bin Janine Boldt, KI-Beraterin für kleine und mittlere Unternehmen im deutschsprachigen Raum und Architektin für Mensch-KI-Arbeitsmodelle. Ich bin Ingenieurin, habe an der Technischen Universität Hamburg studiert und komme ursprünglich aus der Enterprise Architecture. Ich war erst Solution Architect, dann Enterprise Architect, und habe irgendwann gemerkt: Die Lösung, die ich suche, muss ich wohl selbst bauen. Heute führe ich Boldt Consulting gemeinsam mit meinem Mann David Boldt. Wir begleiten deutsche Unternehmen dabei, KI so in ihre Arbeit einzubauen, dass Menschen und KI wirklich gut zusammenarbeiten.

Bronislava: Ich bin Sparring Partnerin für KI, Regulierung und Unternehmensstrukturen. Ich helfe SaaS-Unternehmen, die mit ihrem Wachstum komplexer geworden sind, wieder klarer zu entscheiden, Verantwortung zu verteilen und Arbeit einfacher zu machen – gerade wenn KI und Regulierung zusätzlich Druck erzeugen.

Wie seid ihr ursprünglich auf MentorMe aufmerksam geworden und was hat euch jeweils dazu bewegt, euch als Mentees anzumelden?

Janine: Auf MentorMe bin ich aufmerksam geworden, als ich selbst in einer Orientierungsphase war. Ich hatte gerade für mich entschieden, dass ich mich selbstständig machen möchte, und gleichzeitig hatte sich auch familiär einiges verändert. Es war also wieder eine Umbruchphase, und mir war nicht klar, welchen Schritt ich zuerst gehen soll, möchte oder darf. Ich habe eine Mentorin gesucht, mit der ich mich austauschen kann, und hatte eine ganz tolle Mentorin, Sandra Schwerk, die mich durch diese Phase begleitet hat. Sie hat mir geholfen, meine Gedanken zu strukturieren und in Klarheit zu kommen. Dafür bin ich ihr bis heute sehr dankbar. Ich bin generell ein großer Fan von Mentoring und hatte auch vor MentorMe schon Erfahrungen mit anderen Programmen. Diese strukturierte Begleitung, beruflich wie privat, fand ich immer wertvoll: ein Sparring, bei dem ich Dinge aus anderen Lebensphasen und Lebensrealitäten heraus betrachten kann.

Bronislava: Ich war damals auf der Suche nach einem neuen Job und wollte mich näher über ein Unternehmen informieren. Dabei habe ich gesehen, dass das Unternehmen Partner von MentorMe ist und Frauen auf ihrem beruflichen Weg unterstützt. Das fand ich sofort beeindruckend Gleichzeitig war ich selbst an einem Punkt, an dem ich gemerkt habe: So wie bisher kann und möchte ich nicht weitermachen. Ich war deshalb sehr offen für neue Impulse und Veränderungen, und das Mentoring-Angebot hat mich direkt angesprochen. Den Job bei dem Unternehmen habe ich am Ende zwar nicht bekommen, dafür bin ich durch diese Suche auf MentorMe aufmerksam geworden und habe mich schließlich selbst als Mentee angemeldet. Im Nachhinein war das wahrscheinlich die wertvollere Begegnung.

Was habt ihr aus eurem Mentoring für euch persönlich und beruflich mitgenommen?

Janine: Beruflich habe ich vor allem mitgenommen, dass ich mir Dinge zutrauen darf, die andere schon längst in mir sehen. Oft haben mir Menschen gesagt, dass etwas gar nicht so abwegig ist, während ich selbst eher auf die Bremse getreten bin. Beim Thema Selbstständigkeit habe ich gelernt, dass eine Gründung ein Prozess ist. Sie muss nicht über Nacht entschieden werden, sie darf sich entwickeln. Genau so war es bei mir: Ich bin zuerst solo-selbstständig gestartet und dann den nächsten Schritt gegangen, in die Gründung von Boldt Consulting. Privat nehme ich mit, dass ich für mich ein System gefunden habe, das beruflich wie privat funktioniert, für uns als Familie und für mich selbst. Da spielen natürlich auch viele andere Dinge hinein. Aber das Mentoring und der strukturierte Austausch haben mir geholfen, Antworten auf einige große Fragen zu finden: Wo stehe ich eigentlich gerade? Was sind mögliche nächste Schritte? Kann ich mir das überhaupt zutrauen? Und geht das mit Familie, sich selbstständig zu machen?

Bronislava: Ich habe vor allem mitgenommen, dass ich bereits viel erreicht habe und mir selbst mehr zutrauen darf. Ich muss nicht erst jemand anderes werden oder noch mehr leisten, um „gut genug“ zu sein. Ich bin bereits weit gekommen und darf meinen eigenen Weg mit mehr Vertrauen in mich selbst weitergehen.

Gab es eine Erkenntnis oder einen Moment aus eurem Mentoring, der euch besonders in Erinnerung geblieben ist?

Janine: Am Anfang habe ich nach einer Person gesucht, die mir Antworten auf meine Fragen gibt. Irgendwann habe ich gemerkt: Die Antworten liegen in mir. Das Mentoring darf mir helfen, sie zu finden, und mir Impulse geben, damit ich selbst aktiv werde und in meine Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit gehe. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass Mentoring auch eine Form von Zusammenhalt und Netzwerk ist. Es gibt Menschen, die ein echtes Interesse daran haben, dass ich mich beruflich weiterentwickle. Und es ist okay, sich mit anderen über die eigenen Unsicherheiten auszutauschen. Das ist ein ganz normales Gefühl. Im beruflichen Kontext offen über solche Unsicherheiten zu sprechen, war für mich eine neue Erfahrung, und sie hat mir geholfen, wieder mehr in Kontakt mit mir selbst zu kommen. Mentoring ist dabei keine Einbahnstraße. Es lebt von Gegenseitigkeit, und auch als Mentorin nimmt man selbst etwas mit. Deshalb stehe ich inzwischen selbst als Mentorin zur Verfügung. Dieser Gedanke ist mir bis heute geblieben: Nicht „Du gibst mir die Antwort“, sondern „Du hilfst mir, die Antwort in mir zu finden“.

Bronislava: Ich erinnere mich besonders an einen Moment, in dem ich völlig verwirrt und überfordert war und nicht wusste, wie ich mich entscheiden sollte. Mein Mentor hat mich damals gefragt: „Wann fühlst du dich lebendig? Was machst du dann?“ Meine Antwort kam sofort: „Wenn ich die Natur spüre. Wenn ich im Meer schwimme, in den Bergen wandere oder die Erde unter meinem Körper spüre.“ Nach der Session bin ich tatsächlich schwimmen gegangen. Die Themen, die mich beschäftigt hatten, waren natürlich nicht plötzlich verschwunden. Aber ich fühlte mich danach unglaublich erleichtert und wieder mehr bei mir. Seitdem achte ich viel bewusster darauf, jeden Tag etwas zu tun, bei dem ich mich lebendig fühle. Das klingt vielleicht nach einer kleinen Erkenntnis, hat für mich aber viel verändert.

Ihr seid heute Community Leads für IT & Tech. Was bedeutet diese Rolle für euch persönlich?

Janine: Für mich bedeutet die Rolle vor allem, Menschen zu ermutigen und zu befähigen, IT- und Tech-Themen aus einer ganz anderen Perspektive zu begegnen. Als Ingenieurin ist es für mich essenziell, mehr Frauen für Technik und IT zu begeistern. Meine Erfahrung ist, dass sich viele einfach unterschätzen. Gerade beim Thema künstliche Intelligenz werden gerade Kompetenzen extrem wichtig, die gar nicht neu sind. Sie sind längst vorhanden, aber viele sehen noch nicht, wie wesentlich sie für die KI-Transformation sind. Das möchte ich sichtbar machen. Man muss keine Programmiererin sein, um in der IT zu arbeiten. IT funktioniert sehr gut aus Schnittstellenfunktionen heraus, und die KI-Transformation ist vor allem ein Kommunikationsthema. Nur wenn wir gemeinsam verstehen, wie wir uns in dieser Phase verständigen, können wir KI in Unternehmen so umsetzen, dass sie nachhaltig tragfähig ist. Mir ist wichtig, Blockaden und Ängste abzubauen und zu zeigen: Hier kann über alles gesprochen werden, jede Frage ist willkommen. Lasst uns vernetzen und gemeinsam in diese Zeit mit künstlicher Intelligenz starten. Gerade jetzt ist es wichtig, dass alle daran teilhaben und gesehen und gehört werden. Über die Community möchte ich noch mehr Menschen zeigen, dass sie die Kompetenzen dafür längst mitbringen.

Bronislava: Für mich bedeutet die Rolle vor allem, sichtbar zu sein und zu zeigen, dass es in IT & Tech nicht den einen richtigen Karriereweg gibt. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel es ausmachen kann, jemanden zu sehen, der einen Weg geht, den man sich selbst vielleicht noch nicht zugetraut hat. Genau das möchte ich für andere Frauen sein: ein Beispiel dafür, dass man seinen eigenen Weg gehen, sich weiterentwickeln und dabei auch Dinge anders machen darf. Und ich freue mich besonders, wenn daraus echte Gespräche entstehen und ich jemanden dazu bringe, den eigenen nächsten Schritt etwas mutiger zu gehen.

Was macht die IT-&-Tech-Community bei MentorMe für euch besonders?

Janine: Besonders ist für mich, wie unterschiedlich die Community ist. Die Menschen stehen an ganz verschiedenen Punkten ihrer Karriere und bringen sehr unterschiedliche fachliche Hintergründe mit. Dadurch entstehen tolle Gespräche und immer wieder neue Impulse. Wir treffen uns einmal im Monat bei unseren Community Events, und zusätzlich tauschen wir uns in einer LinkedIn-Gruppe aus. Und ich schätze die Zusammenarbeit mit Bronislava sehr. Wir besprechen uns mehrmals im Monat online und schon in der Vorbereitung passiert für mich ganz viel, weil ich Themen durch sie nochmal ganz anders betrachte. So bekomme ich andere Perspektiven, sowohl in unserer gemeinsamen Community-Arbeit als auch in den Events selbst. Für mich ist das alles noch ganz frisch. Beim IT-Austausch war ich vorher schon als Teilnehmerin dabei, seit August 2026 bin ich Community Lead und organisiere die Events mit. Im Vorfeld hat sich bei mir schon super viel bewegt und ich freue mich auf den Austausch in der Community und auf alle weiteren Events, die wir zusammen gestalten.

Bronislava: Was ich besonders mag, sind die unterschiedlichen Perspektiven. Frauen und Männer mit ganz verschiedenen Erfahrungen bringen ihre eigene Stimme ein und bei unseren Events entstehen dadurch oft richtig gute Diskussionen. Nicht jeder muss derselben Meinung sein, und genau daraus lernen wir alle viel. Besonders schätze ich auch die Männer, die sich aktiv für Frauen einsetzen, ihnen Raum geben und ihre Themen mittragen. Dieses Miteinander macht für mich einen echten Unterschied. Und die Community ist unglaublich wissenshungrig und praxisorientiert: Wir tauschen nicht nur Erfahrungen aus, sondern nehmen konkrete Ideen mit, die wir direkt in unserem Alltag umsetzen können.

Gerade in IT & Tech verändern sich Technologien, Rollen und Anforderungen schnell. Welche Themen beschäftigen die Menschen in eurer Community aktuell besonders?

Janine: Genau das finde ich selbst gerade besonders spannend und ich bin neugierig, welche Impulse ich aus den ersten Treffen mitnehme. Was ich schon sagen kann: Bronislava und ich nehmen uns für unsere Events vor, Themen wie zum Beispiel Compliance aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu zeigen. Wir gehen solche Themen nämlich durchaus unterschiedlich an und genau da entstehen spannende Schnittstellen. Welche Fragen und Bedürfnisse die Community gerade am meisten bewegen, möchte ich aber gar nicht vorwegnehmen. Das soll aus der Community kommen, nicht aus meiner Einschätzung. Ich gehe mit großer Offenheit in die Treffen. Weil ich mich beruflich mit Mensch-KI-Arbeitsmodellen beschäftige, bin ich besonders gespannt, welche Fragestellungen dazu aus der Community kommen. Darauf freue ich mich sehr.

Bronislava: Ganz klar: KI. Sie verändert gerade Technologie, Rollen und Anforderungen gleichzeitig und das spürt jeder von uns. Aufgaben werden automatisiert, bestehende Rollen verändern sich und neue Skills werden wichtig. Gleichzeitig entstehen ganz neue Fragen: Wer trägt die Verantwortung für KI-Ergebnisse? Welche Aufgaben gehören künftig noch zu einer bestimmten Rolle? Und wie integrieren wir KI sinnvoll in unsere bestehenden Arbeitsprozesse? Dazu kommt: Die Technologie entwickelt sich so schnell, dass etwas, das gestern noch neu war, heute schon überholt sein kann. Diese Geschwindigkeit schafft natürlich auch Unsicherheit. Genau darüber sprechen wir in der Community. Wir versuchen, unterschiedliche Experten und Perspektiven zusammenzubringen und daraus praktische Antworten für den Arbeitsalltag zu entwickeln.

Was können Austausch und Vernetzung innerhalb einer Community leisten, was im beruflichen Alltag manchmal zu kurz kommt?

Janine: Community gibt mir Raum für Gespräche, die im beruflichen Alltag oft keinen Platz haben. Dort spreche ich mit Menschen, mit denen ich nicht direkt zusammenarbeite. Mit ihnen kann ich offen über Ziele, Karrierepläne und meinen nächsten Schritt sprechen, und ich kann gezielt Menschen finden, die einen ähnlichen Weg schon gegangen sind. Das Besondere ist der gemeinsame Nenner: Alle sind da, weil sie sich vernetzen und gegenseitig unterstützen wollen. Sonst würde niemand Zeit in eine Community investieren. Für mich heißt das: Ich bin aktiv, ich bin ansprechbar, sprich mich gerne an, wenn du denkst, ich kann dir helfen. Das ist ein großer Schatz. Gleichzeitig gehört dazu, selbst aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Genau dadurch ist es ein toller Raum, um zu wachsen und zu lernen. Auch Vernetzung fühlt sich anders an, wenn Werte schon ein Stück weit übereinstimmen. Mein Netzwerk wächst dann mit einer ganz anderen Energie. Und ich nehme mir bewusst Zeit dafür, mit einem festen Zeitfenster. Im Berufsalltag ist diese Zeit oft nicht da, je nach Unternehmenskultur gibt es dafür schlicht keinen Raum. Dazu kommt: Manchmal braucht es einfach Impulse von außerhalb der eigenen Blase. Das gilt übrigens auch für Netzwerke: Keine Architektur ist auch eine Architektur. Sie ist nur keine bewusste.

Bronislava: Ich glaube, im Berufsalltag vergessen wir manchmal, dass hinter all den neuen Technologien und Anforderungen immer noch Menschen stehen. Auch ich kenne das Gefühl, bei einer Frage oder Unsicherheit erst einmal allein damit dazustehen. Im Austausch merke ich immer wieder, wie viel es ausmacht, wenn jemand einfach zuhört und sagt: „Ich kenne das auch.“ Oder wenn jemand eine Perspektive einbringt, auf die man selbst noch gar nicht gekommen ist. Man muss nicht immer sofort eine perfekte Lösung haben. Oft hilft es schon, gesehen zu werden, Fragen stellen zu können und zu merken: Ich bin damit nicht allein.

Ihr engagiert euch ehrenamtlich bei MentorMe. Was motiviert euch, dafür zusätzlich Zeit und Energie aufzubringen?

Janine: Mich motivieren vor allem zwei Dinge. Erstens geht es bei MentorMe nicht nur um Technik, sondern auch um Persönlichkeitsentwicklung. Die IT-&-Tech-Community ist weder eine reine Tech-Community noch eine reine Community für Persönlichkeitsentwicklung, sondern eine Mischform. Genau diese Schnittstelle finde ich essenziell, gerade jetzt, wo wir uns auf die KI-Transformation und generell auf neue Technologien einstellen. Wir leben nicht mehr in einer Zeit, in der wir Schubladen aufmachen und sagen: Das ist ein IT-Thema, und das ist ein Persönlichkeitsthema. Beides geht Hand in Hand, und dass MentorMe das so umsetzt, begeistert mich. Zweitens möchte ich meinen eigenen Werdegang sichtbar machen. Ich war selbst an dem Punkt, an dem ich vieles nicht für machbar gehalten habe. Dann habe ich gemerkt: Wenn ich es schaffe, mir ein System aufzubauen, das funktioniert, ist vieles möglich, was ich mir vorher nicht vorstellen konnte. Das möchte ich weitertragen, anderen Impulse geben und als Sparringspartnerin da sein, wenn sie das möchten. Und ich bekomme dabei selbst immer wieder neue Impulse zurück.

Bronislava: Weil ich selbst erlebt habe, was Mentoring auslösen kann. Manchmal braucht es gar keine großen Antworten, sondern jemanden, der zuhört, die richtigen Fragen stellt oder eine andere Perspektive eröffnet. Genau das möchte ich weitergeben. Wenn ich mit meiner Erfahrung, meinem Netzwerk oder einfach mit einem offenen Ohr jemandem helfen kann, einen Schritt weiterzukommen, ist mir die Zeit dafür sehr gerne wert. Und ehrlich gesagt bekomme ich auch selbst viel zurück: Ich lerne neue Menschen kennen, bekomme andere Perspektiven und bleibe nah an Themen, die mich selbst beschäftigen.

Was habt ihr durch euer Engagement selbst gelernt oder vielleicht auch über euch entdeckt?

Janine: Gerade lerne ich ganz aktiv, wie Community-Management online funktioniert, zum Beispiel über LinkedIn. Das finde ich total spannend, weil digitale Gruppen und Communitys in unserer vernetzten Welt längst selbstverständlich sind. Mich interessiert vor allem, wie ich dazu beitragen kann, dass dort aktiver Austausch und ein wertschätzendes Miteinander entstehen. Also, dass sich Menschen trauen, auch in eine große Gruppe etwas zu schreiben. Über mich selbst habe ich etwas entdeckt, und zwar ausgerechnet durch dieses Interview. Beim Beantworten der Fragen ist mir klar geworden, welch große Rolle Mentoring in meinem Leben gespielt hat und immer noch spielt. Bewusst war mir das schon, aber nicht in dieser Deutlichkeit. Rückblickend auf meine verschiedenen Stationen zu schauen, aus der Perspektive von Mentoring und MentorMe, hat mir geholfen, das ganz neu einzuordnen. Es hat mich darin bestärkt, dass Austausch und Community eine Essenz meiner Herangehensweise sind. Ich muss mich dafür nicht verbiegen, weil ich einfach gerne mit Menschen in Kontakt bin und mich austausche. Dinge, die ich bisher intuitiv gemacht habe, jetzt einmal auszuformulieren, macht mir gerade große Freude.

Bronislava: Ich habe für mich entdeckt, dass wir alle etwas mitbringen, das für andere wertvoll sein kann: Wissen, Erfahrungen, Kontakte oder einfach die Bereitschaft, zuzuhören. Man muss dafür nicht die größte Expertise haben oder besonders viele Menschen erreichen. Wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht und merkt, wo man jemandem konkret helfen kann, kann das für diese eine Person schon einen großen Unterschied machen. Genau das finde ich auch an einer starken Community so wertvoll: Menschen helfen sich gegenseitig, geben Wissen weiter und nutzen ihren Einfluss nicht nur für sich selbst. Das ist für mich nachhaltiger, als wenn jeder nur versucht, alleine weiterzukommen.

Mentoring lebt vom Austausch und davon, dass Menschen ihre Erfahrungen und Wissen miteinander teilen. Was bedeutet dieser Gedanke für euch persönlich?

Janine: Wissen zu teilen finde ich wichtig, und für mich gibt es dabei zwei Arten von Wissen. Die eine ist Erfahrungswissen: die Lernmomente, die ich selbst in meinem Leben hatte. Wenn ich davon erzähle und andere Menschen in ähnlichen Situationen daraus eigene Schlüsse ziehen, ihre Lage neu bewerten oder neue Handlungsmöglichkeiten sehen, dann sind wir in einem gemeinschaftlichen Lernmoment. Davon profitieren alle. Die andere ist Wissen im klassischen Sinne, also Fakten, Vorgehensweisen und technische Zusammenhänge. Mir ist wichtig, das, was ich selbst verstanden habe, so zu erklären, dass es für alle verständlich ist, in ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten. Gerade bei KI geht es auch darum, was sie für verschiedene Lebensbereiche bedeutet. Mit meinem Projekt Bytes & Babys beleuchte ich zum Beispiel, was KI im Familienalltag bedeutet und worauf ich als Ingenieurin und KI-Beraterin dabei selbst achte. Ich sehe das als eine Verantwortung, die wir alle haben. Rund um künstliche Intelligenz herrscht gerade noch viel Unsicherheit. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Learnings teilen, und dazu gehören auch Fehler. Es ist okay, Dinge auszuprobieren, die nicht auf Anhieb funktionieren. Wenn wir offen darüber sprechen, lernen wir gemeinsam und können zusammen entscheiden, welchen Weg wir gehen wollen. Für mich hat das viel mit Teilhabe zu tun: Themen, die am Anfang weit weg oder komplex wirken, so weiterzugeben, dass jede und jeder sie für sich einordnen kann.

Bronislava: Für mich bedeutet das vor allem: Ich möchte das weitergeben, was mir selbst geholfen hat. Ich habe durch Mentoring erlebt, wie wertvoll es sein kann, wenn jemand seine Erfahrung mit mir teilt, die richtigen Fragen stellt oder mir eine Perspektive zeigt, auf die ich alleine vielleicht nicht gekommen wäre. Genau diese Erfahrung möchte ich auch anderen ermöglichen. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich selbst genauso viel von anderen lerne. Deshalb geht es für mich nicht darum, nur Wissen weiterzugeben, sondern um einen echten Austausch: Ich bringe meine Erfahrungen mit, jemand anderes seine und beide gehen idealerweise mit etwas Neuem aus dem Gespräch.

Was würdet ihr jemandem sagen, der in der IT-&-Tech-Branche arbeitet und überlegt, Teil der MentorMe Community zu werden?

Janine: Komm vorbei und join the Club! Du brauchst keine Qualifikationsnachweise, nur Interesse. Ich bin neugierig auf deine Themen und deine Perspektive und freue mich, wenn du dabei bist. Wenn du erst einmal persönlich sprechen möchtest, schreib mir gern auf LinkedIn. Also: Keine Scheu, let’s go!

Bronislava: Komm einfach dazu und schau, was passiert. Ich selbst bin ursprünglich eher zufällig auf MentorMe gestoßen und hätte damals nicht gedacht, dass daraus so viele wertvolle Gespräche, neue Perspektiven und schließlich auch mein eigenes Engagement entstehen würden. Was ich besonders schätze: Du musst nicht mit einer fertigen Frage oder einem klaren Ziel kommen. Du kannst einfach neugierig sein, Menschen kennenlernen, deine Erfahrungen teilen und sehen, was sich daraus entwickelt. Und vielleicht stellst du irgendwann fest, dass du selbst jemandem genau die Perspektive geben kannst, die dir damals geholfen hätte.

Vielen Dank für eure Zeit und Offenheit!

Weitere Interviews mit anderen spannenden Persönlichkeiten und Teams aus der MentorMe Community findest du in unserem Blog. Viel Freude beim Eintauchen in das, was uns ausmacht. Du bist Mentee oder Mentor*in bei MentorMe Germany und möchtest auch an dieser Reihe mit deinem Match teilnehmen, dann komm gern auf uns zu!

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Mentoring bei Fraunhofer IPA & MentorMe: Wie Mentoring Karriere und Entwicklung stärkt

Mentoring bei Fraunhofer IPA & MentorMe: Wie Mentoring Karriere und Entwicklung stärkt

Berufliche Entwicklung lebt nicht nur von Fachwissen, sondern auch vom Austausch mit anderen. Mentoring schafft Raum für Erfahrungen, neue Perspektiven und ehrliches Feedback und kann dabei helfen, den eigenen Weg bewusster zu gestalten. Im Gespräch mit Esther Legant von Fraunhofer IPA geht es um Netzwerke, Mentoring und die Frage, warum der Blick über den eigenen Fachbereich hinaus gerade in Forschung und Technologie so wertvoll ist.

Was hat dir bei deiner eigenen beruflichen Entwicklung am meisten geholfen?

Meine persönlichen Kontakte und meine Stärke, mein Netzwerk kontinuierlich zu erweitern und gut zu pflegen. Ich habe früh gemerkt, dass fachliches Können allein nicht ausreicht – erst durch den Austausch mit anderen Menschen entstehen die Impulse, Chancen und Perspektivwechsel, die eine Karriere wirklich voranbringen. Netzwerken bedeutet für mich dabei nicht, Kontakte zu sammeln, sondern echte, belastbare Beziehungen aufzubauen, die auf Vertrauen und gegenseitigem Geben und Nehmen beruhen. Diese Kontakte haben mir immer wieder neue Türen geöffnet, sei es durch einen Hinweis auf eine Position, ein ehrliches Feedback in einer wichtigen Entscheidungsphase oder einfach dadurch, dass jemand an mich gedacht hat, wenn sich eine Gelegenheit ergab.

 

„Für mich bedeutet Mentoring, die Abkürzung durch Erfahrung zu nehmen.“

 

Hast du bereits Erfahrungen mit Mentoring gemacht – sei es als Mentee, Mentorin oder im informellen Austausch?

Ja, und zwar auf mehreren Ebenen. Am KIT, wo ich 19 Jahre tätig war, habe ich ein Mentoring-Programm für Wissenschaftlerinnen erfolgreich aufgebaut und etabliert (Femtec). Dabei ging es mir besonders darum, Frauen in der Wissenschaft gezielt zu stärken und ihnen Zugang zu Erfahrungen und Netzwerken zu verschaffen, die ihnen sonst vielleicht verwehrt geblieben wären. In diesem Rahmen war ich selbst mehrfach als Mentorin aktiv und konnte junge Wissenschaftlerinnen auf ihrem Weg begleiten. Gleichzeitig habe ich auch die Mentee-Seite erlebt: Ich hatte das Glück, drei Mentoren und eine Mentorin an meiner Seite zu haben, die mich gerade in schwierigen und herausfordernden Phasen meiner Laufbahn begleitet haben. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wertvoll es ist, in kritischen Momenten nicht allein zu sein, sondern auf den Rat und die Erfahrung von Menschen zurückgreifen zu können, die den Weg selbst schon gegangen sind.

Was bedeutet für dich Mentoring allgemein und welchen Mehrwert siehst du darin für Karriereentwicklung?

Für mich bedeutet Mentoring die Abkürzung durch Erfahrung zu nehmen. Man muss nicht jeden Fehler selbst machen und nicht jeden Umweg selbst gehen. Ein guter Mentor oder eine gute Mentorin gibt einem die Möglichkeit, von bereits gemachten Erfahrungen zu profitieren und typische Stolpersteine frühzeitig zu erkennen. Das spart nicht nur Zeit, sondern gibt auch Sicherheit in Entscheidungssituationen. Der Mehrwert liegt für mich vor allem darin, dass man einen ehrlichen, unabhängigen Sparringspartner hat, der eine Außenperspektive einbringt und einen dazu anregt, eigene Denkmuster zu hinterfragen.

Wie unterstützt dich dein berufliches Umfeld am Fraunhofer IPA dabei, dich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln?

Ich habe ein wunderbares Team und einen Spitzenchef und darf in einem vertrauensvollen Umgang alle Möglichkeiten ausschöpfen, welche meine persönliche Entwicklung bestens unterstützen. Diese Vertrauenskultur ist aus meiner Sicht der entscheidende Faktor: Nur wenn man sich traut, auch mal Neuland zu betreten oder unkonventionelle Ideen einzubringen, kann man sich wirklich weiterentwickeln. Am Fraunhofer IPA erlebe ich genau dieses Umfeld – man bekommt Gestaltungsspielraum, wird ermutigt, Verantwortung zu übernehmen, und erhält gleichzeitig Rückhalt, wenn es einmal nicht sofort funktioniert.

Welche Kompetenzen oder Perspektiven lassen sich aus deiner Sicht besonders gut durch Mentoring oder ähnliche Formate stärken?

Strategisches Denken kann bestens unterstützt werden: „thinking outside the box!“ Im Job ist es wichtig, die Blickrichtung von der täglichen Arbeit hin zu langfristigen Zielen und großen Zusammenhängen zu ändern. Gerade im Alltagsgeschäft verliert man leicht den Blick für das große Ganze – ein Mentor oder eine Mentorin hilft dabei, regelmäßig einen Schritt zurückzutreten und die eigene Arbeit in einen größeren strategischen Kontext einzuordnen. Und natürlich eine kritische Selbstreflexion: Nur durch ehrliches Feedback erkennt man – und erkennt der oder die Mentee – die eigenen Stärken und ungenutzten Potenziale. Diese Ehrlichkeit ist oft das Wertvollste an einer Mentoring-Beziehung, denn im normalen Berufsalltag bekommt man selten so offenes und wohlwollendes Feedback wie von einem Mentor oder einer Mentorin, der oder die einem wirklich weiterhelfen möchte.

Wie nimmst du Kooperationen wie die zwischen Fraunhofer IPA und MentorMe wahr?

Ich nehme diese Kooperation als sehr positiv wahr. Solche Partnerschaften schaffen die geeigneten Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, Mentoring nicht dem Zufall zu überlassen, sondern es gezielt und professionell zu fördern. Das kommt sowohl den Mentees als auch der Organisation als Ganzes zugute.

Wenn du an die Zukunft denkst: Welche Bedeutung haben Programme wie Mentoring für die Entwicklung von Talenten in Forschung und Technologie?

In meinem Arbeitsbereich „Start-up Inkubator“ beschäftige ich mich mit der Kommerzialisierung von Forschung – extern benenne ich meinen Job so: „We turn ideas into products.“ Viele Forschende haben geniale Ideen, aber kein Business-Wissen. Sie sind Expertinnen und Experten auf ihrem technischen Gebiet, aber der Weg vom Labor in den Markt erfordert völlig andere Kompetenzen: unternehmerisches Denken, Marktverständnis, den Umgang mit Investoren oder das Aufbauen eines Teams. Genau hier setzen Mentoren und unser super Team an: Sie helfen dabei, aus einem Labor-Prototyp ein marktfähiges Produkt oder ein Start-up zu machen. Im Start-up-Bereich wie in jeder Karriere ist ein gutes Mentoring der Schlüssel zum Erfolg, weil es genau die Erfahrungslücke schließt, die frisch gegründete Teams oder aufstrebende Talente naturgemäß haben. Ich bin daher überzeugt, dass Mentoring-Programme in Forschung und Technologie zukünftig noch wichtiger werden – als Brücke zwischen exzellenter fachlicher Arbeit und ihrer erfolgreichen Umsetzung in der Praxis.

Vielen Dank für deine Zeit und deine Offenheit, liebe Esther!

Weitere Interviews mit anderen spannenden Persönlichkeiten und Teams aus der MentorMe Community findest du in unserem Blog. Viel Freude beim Eintauchen in das, was uns ausmacht. Du bist Mentee oder Mentor*in bei MentorMe Germany und möchtest auch an dieser Reihe mit deinem Match teilnehmen, dann komm gern auf uns zu!

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Mentoring Journeys

Mentoring Journeys

„Mentoring wirkt nur, wenn man Verantwortung übernimmt und aktiv selbst an den nächsten Schritten arbeitet.“

Hinter jeder Mentoring-Reise steckt eine eigene Geschichte. Hier teilen Mentor*innen und Mentees von MentorMe ihre Erfahrungen, berichten von wichtigen Wendepunkten und erzählen, welche Erkenntnisse und Entwicklungsschritte sie aus dem Mentoring mitgenommen haben.

Warum seid ihr Mentee bzw. Mentorin geworden?

Mariana Sygin (Mentee): Wir sind alle Menschen. Und wir können nicht alles wissen. Vor allem müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Als ich meine Selbstständigkeit im Jahr 2024 gestartet habe, war mir schnell klar: Ich brauche jemanden, der weiter ist als ich. Jemanden mit Erfahrung in Positionierung, externer Kommunikation und LinkedIn. Mir ging es nicht um Motivation, sondern um Klarheit und strategische Schärfe in der Online-Kommunikation. Mentoring bedeutet für mich, bewusst Abkürzungen zu nehmen, indem man von Menschen lernt, die bestimmte Wege bereits gegangen sind. Genau dieses Matching hatte ich mit Sonja.

Sonja Wiesner (Mentorin): Ich bin Mentorin geworden, weil ich mir zu Beginn meiner eigenen Karriere ein solches Programm sehr gewünscht hätte. Als ich ins Berufsleben gestartet bin, gab es solche Mentoring-Angebote noch nicht. Viele Dinge musste ich damals selbst herausfinden. Wie gerne hätte ich in dieser Phase eine Vertrauensperson gehabt, die mir bei beruflichen und oft auch persönlichen Herausforderungen mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätte. Heute, mit rund 25 Jahren Berufserfahrung, finde ich es sehr bereichernd, meine Erfahrungen weiterzugeben und genau diese Rolle für meine Mentee einzunehmen. Mentoring bedeutet für mich, einen Raum zu schaffen, in dem man offen über Entscheidungen, Herausforderungen und Perspektiven sprechen kann und dabei voneinander lernt. Dabei geht es darum, Unterstützung, Wissen und neue Perspektiven weiterzugeben. Mit meiner Mariana war das von Anfang an ein perfektes Match.

Warum hast du dich für MentorMe entschieden?

Mariana (Mentee): Ich würde sagen, ich bin sehr gezielt, wenn es um Mentor*innen geht. Ich habe Sonja gewählt, weil sie über viele Jahre fundierte Expertise im Bereich externe Kommunikation aufgebaut hat. Ihr LinkedIn-Auftritt war nicht nur professionell – er war strategisch durchdacht und klar positioniert. Als ich sie besser kennenlernte, war ich besonders beeindruckt davon, dass sie ein Buch geschrieben hat. Das ist ebenfalls ein Ziel, das ich perspektivisch verfolge. Für mich war das ein starkes Signal: Sie lebt, was sie vermittelt. Mentoring ist für mich eine Vertrauensentscheidung. Und Kompetenz ist die Basis von Vertrauen.

Sonja (Mentorin): Für mich ist MentorMe eines der stärksten Netzwerke für Frauen im DACH-Raum. Besonders überzeugt hat mich die Kombination aus persönlichem Mentoring und einer aktiven Community. Aufmerksam geworden bin ich auf MentorMe auch über Kolleginnen und Kollegen, die bereits Teil des Netzwerks waren. Der Austausch innerhalb der Community und die vielen Formate für Weiterentwicklung und Networking machen das Programm besonders wertvoll.

Was waren deine drei größten Learnings aus den Mentoring-Sessions?

Mariana (Mentee): Erstens: Vertraue dem Prozess und der Erfahrung von Menschen, die weiter sind als du. Gerade in Bereichen, in denen ich unsicher war, habe ich gelernt: Expertise reduziert Zweifel. Und dann heißt es: umsetzen. Zweitens: Klarheit im Business entsteht nicht zufällig. Was ist mein konkretes Angebot? Welche Probleme löse ich? Wer ist wirklich mein Kunde? Diese Fragen haben wir intensiv bearbeitet – unter anderem mit Sonjas Tool Personal Model Canvas. Diese strukturierte Arbeit war ein echter Game Changer für mich. Ich habe gelernt, Geduld zu haben und wirklich in die Tiefe zu gehen, wenn es um meine Positionierung geht. Drittens: Eine Stunde Mentoring allein reicht nicht: Die eigentliche Arbeit beginnt danach. Wenn man sich weitere Stunden Zeit nimmt, reflektiert, die Tools anwendet und konsequent weiterarbeitet. Genau das habe ich getan. Ich habe nicht nur konsumiert, sondern aktiv umgesetzt. Mentoring wirkt nur, wenn man Verantwortung übernimmt und aktiv selbst an den nächsten Schritten arbeitet.

Sonja (Mentorin): Das wichtigste Fundament ist aus meiner Sicht Vertrauen. Entwicklung entsteht dann, wenn auf beiden Seiten Offenheit vorhanden ist und die Chemie stimmt. Ein zweites Learning ist, wie bereichernd es ist, die Entwicklungsschritte einer Mentee begleiten zu dürfen. Zu sehen, wie Ideen klarer werden, Entscheidungen getroffen werden und jemand seinen eigenen Weg findet und ihn konsequent geht, ist eine große Freude. Und drittens: Mentoring ist keine Einbahnstraße. Auch als Mentorin profitiert man von den Gedanken, Fragen und Perspektiven der Mentee. Dieser Austausch lässt beide Seiten wachsen.

Was hat sich durch das Mentoring bei MentorMe konkret verändert?

Mariana (Mentee): Ich habe ein deutlich klareres Verständnis davon entwickelt, wohin sich mein Business strategisch entwickeln soll. Aus diesem Prozess heraus ist mein modulares Programm für systemische Teamentwicklung Team Excellence Experience entstanden. Ohne diese strukturierte Reflexion hätte ich es so nicht konzipiert. Außerdem habe ich meinen LinkedIn-Content deutlich fokussierter und strategischer ausgerichtet. Das war anfangs gar nicht das Hauptziel des Mentorings – wurde aber zu einem zentralen Hebel für meine Sichtbarkeit. Mentoring verändert nicht nur einzelne Maßnahmen, sondern die gesamte Herangehensweise.

Sonja (Mentorin): Mentoring bedeutet für mich vor allem, einen Menschen ein Stück auf seinem beruflichen Weg begleiten zu dürfen. In meinem Fall ist Mariana selbst Unternehmerin und es ist sehr inspirierend zu sehen, wie sich ihr Weg Schritt für Schritt entwickelt. Besonders schön ist die Wertschätzung, die dabei entsteht. Dabei teilt man eigentlich nur seine Erfahrungen und gibt Impulse zur Reflexion. Gleichzeitig erlebt man gemeinsam wichtige Meilensteine: Wir freuen uns gemeinsam über Erfolge und versuchen, an schwierigen Punkten gemeinsam Lösungen zu finden. Einen solchen Prozess Seite an Seite zu begleiten, gibt mir persönlich sehr viel.

Was war bislang dein schönster Moment bei MentorMe?

Mariana (Mentee): Ich saß im Zug nach Italien und habe ganz spontan mit Sonja telefoniert, um einen Blogbeitrag zu besprechen. Ganz unkompliziert und direkt. Diese Kombination aus Professionalität, Authentizität und Hilfsbereitschaft hat mich beeindruckt. Sie hat mich viele Stunden ehrenamtlich begleitet – mit einer Intensität, die alles andere als selbstverständlich ist. Ich bin ihr dafür unglaublich dankbar. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob mein Business ohne ihre Begleitung heute so aussehen würde.

Sonja (Mentorin): Ein besonderer Moment war für mich, als Mariana ihr Angebot, die Team Excellence Experience, auf ihrer ersten Personalmesse im Herbst 2025 vorgestellt hat. Die Entwicklung dieses modularen Programms war ein wichtiger Bestandteil unseres Mentorings. Ihr gesamter Markenauftritt und die damit verbundene Klarheit ihres Business waren beeindruckend. Das zeigte sich vom Messestand über ihre Unterlagen bis hin zu ihrem Speaker-Slot. Zu sehen, wie aus einer Idee ein sichtbares Angebot geworden ist, hat mich sehr gefreut. Ich war wirklich stolz auf ihren mutigen Weg, ihre Zielstrebigkeit und darauf, ein Teil dieses Prozesses gewesen zu sein. Bis zu ihrem Launch habe ich richtig mitgefiebert. Für uns beide war das ein besonderer Moment und ein echter Meilenstein unseres gemeinsamen Mentoring-Prozesses.

Was ist aus deiner Sicht entscheidend für ein erfolgreiches Mentoring?

Mariana (Mentee): Erfolgreiches Mentoring beginnt mit einem guten Match – fachlich und menschlich. Es braucht von Anfang an Klarheit:

  • Was wollen wir in einem Jahr erreicht haben?
  • Welche konkreten Ziele oder sogar KPIs definieren wir?
  • Welche Erwartungen und Grenzen gibt es auf beiden Seiten?

Struktur ist kein Widerspruch zu Vertrauen – sie ist die Voraussetzung dafür. Wir haben uns im ersten halben Jahr sogar alle zwei oder drei Wochen getroffen. Diese Frequenz hat einen enormen Unterschied gemacht. Ich war schneller klar positioniert, habe mein Produkt geschärft und war bereits im zweiten Jahr meiner Selbstständigkeit als Messeausstellerin präsent. Kontinuität beschleunigt Entwicklung.

Sonja (Mentorin): Auf der menschlichen Ebene sind Vertrauen, Ehrlichkeit und Offenheit entscheidend. Diese drei Aspekte bilden für mich die Grundlage eines guten Mentorings. Gleichzeitig spielt auch die persönliche Chemie eine wichtige Rolle. Wenn sie von Anfang an stimmt, entsteht ein Gespräch auf Augenhöhe und genau daraus entstehen oft die wertvollsten Impulse. Auf der fachlichen Seite sollte eine Mentorin die Kompetenz und Erfahrung mitbringen, in dem Bereich, in dem die Mentee ihre Fähigkeiten weiterentwickeln möchte. Gemeinsam kann man so eine empfundene Lücke im Erfahrungsschatz der Mentee schließen und ihr helfen, ihren Weg schneller und klarer zu gehen.

Wem würdest du Mentoring und das Programm von MentorMe empfehlen?

Mariana (Mentee): Grundsätzlich allen, die wachsen wollen. Wir alle haben „Baustellen“ – beruflich oder privat. Der Unterschied liegt darin, ob wir versuchen, alles allein zu lösen, oder ob wir uns bewusst Sparringspartner*innen suchen. Ein*e Mentor*in kann vieles sein: Sparringspartner*in, Senior-Expert*in, Coach oder strategische Impulsgeber*in. Entscheidend ist: Mentoring ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Ambition. Gerade im HR- und Führungsumfeld sollten wir Mentoring nicht nur empfehlen, wir sollten es selbst vorleben.

Sonja (Mentorin): Eigentlich begleiten uns berufliche Entwicklungsprozesse in jeder Phase unseres Lebens. Deshalb kann Mentoring grundsätzlich in vielen Situationen hilfreich sein. Aus meiner eigenen Erfahrung – und auch aus der Zusammenarbeit mit meiner Mentee – würde ich das Programm besonders Gründer*innen empfehlen. Gerade im ersten Gründungsjahr kann es sehr wertvoll sein, eine*n Mentor*in an der Seite zu haben. Vor allem dann, wenn es Themen gibt, bei denen noch Erfahrung oder bestimmte Kompetenzen fehlen. Ein*e Mentor*in kann helfen, schneller Klarheit zu gewinnen und Entscheidungen sicherer zu treffen.

Was möchtest du anderen Frauen mit auf den Weg geben?

Mariana (Mentee): In Schule und Studium bringen Frauen häufig bessere Leistungen als Männer. Und dann frage ich mich: Was passiert eigentlich später in der Business-Welt, dass wir so wenige Frauen auf höheren Management-Ebenen sehen? Warum bleiben so viele unter ihrem Potenzial? Mein Rat ist klar: Wartet nicht auf 100 % Sicherheit. Wartet nicht darauf, dass ihr euch „bereit genug“ oder „gut genug“ fühlt. Einfach machen. Ihr werdet unterwegs lernen. Ihr werdet Herausforderungen meistern. Ihr werdet wachsen! Selbstständigkeit, Führungsverantwortung oder Sichtbarkeit entstehen nicht durch Perfektion – sondern durch Mut. Traut euch.

Sonja (Mentorin): Karrieren verlaufen selten gradlinig und das ist völlig in Ordnung. Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen, die eigenen Entscheidungen bewusst zu treffen. Und ebenso wichtig ist es, sich Unterstützung zu holen, wenn man sie braucht. Niemand muss seinen Weg allein gehen.

Vielen Dank für eure Zeit und Offenheit!

Weitere Interviews mit anderen spannenden Persönlichkeiten und Teams aus der MentorMe Community findest du in unserem Blog. Viel Freude beim Eintauchen in das, was uns ausmacht. Du bist Mentee oder Mentor*in bei MentorMe Germany und möchtest auch an dieser Reihe mit deinem Match teilnehmen, dann komm gern auf uns zu!

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Meet the Mentor

Meet the Mentor

„Als Mentee darf man wieder einen Schritt zurücktreten und sich fragen:
Was will ich eigentlich wirklich? Was ist mir wichtig? Und was davon lebe ich schon?“

 

Mareike Lehmann, Expertin für Kommunikation & Konfliktklärung, ist seit vielen Jahren ein prägender Teil von MentorMe – engagiert, erfahren und immer neugierig auf Entwicklung. Als Mentorin begleitet sie andere Frauen, gleichzeitig bleibt sie als Mentee selbst immer offen für neue Perspektiven. Mit Formaten wie der kollegialen Fallberatung oder Workshops zur systemischen Fragetechnik bereichert sie die Community auch als Speakerin auf vielfältige Weise.

Liebe Mareike, warum hast du dich dazu entschieden, Teil von MentorMe zu sein?

Ich glaube sehr daran, dass Entwicklung selten allein passiert. In meiner Arbeit als Coachin, Trainerin und Mediatorin sehe ich täglich, wie viel Klarheit entsteht, wenn Menschen anfangen, ihre Gedanken laut auszusprechen und neue Perspektiven zuzulassen. MentorMe schafft genau diesen Raum. Frauen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen kommen zusammen und unterstützen sich gegenseitig in beruflichen und persönlichen Entwicklungsprozessen. Mich hat von Anfang an begeistert, dass hier nicht nur Wissen weitergegeben wird, sondern echte Begegnung entsteht. Und dass es ein Netzwerk ist, in dem Frauen einander stärken, statt sich zu vergleichen.

Was hat sich für dich verändert, seitdem du selbst Mentee bist?

Als Coachin begleite ich viele Menschen bei beruflichen Entscheidungen, Konflikten oder Führungsfragen. Mentee zu sein erinnert mich daran, wie wichtig es ist, selbst immer wieder in eine Lernrolle zu gehen. Man wird langsamer.
Man hört genauer hin. Und man merkt, wie gut es tut, wenn jemand einen Raum hält, in dem man laut denken darf. Für mich ist das eine wichtige Form von professioneller Reflexion. Wer andere begleitet, sollte auch selbst begleitet werden.

Was macht für dich eine gute Mentoring Beziehung aus?

Vertrauen und echte Neugier. Vertrauen, weil Menschen nur dann offen über ihre Fragen sprechen, wenn sie sich sicher fühlen. Und Neugier, weil Mentoring kein Ratschlagformat ist. Die spannendsten Gespräche entstehen oft dort, wo niemand sofort eine Lösung hat. Sondern wo zwei Menschen gemeinsam anfangen zu sortieren, zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entwickeln. Genau dort entsteht Entwicklung.

Was waren deine drei größten Learnings aus den Mentoring Sessions?

Das erste Learning:
Die wirklich wichtigen Fragen sind selten die, mit denen man ins Gespräch startet.

Das zweite:
Klarheit entsteht nicht durch schnelle Antworten, sondern durch gute Gespräche.

Und das dritte:
Viele Frauen unterschätzen ihre Wirkung und ihre Kompetenz enorm. Wenn sich dieses Bild einmal verschiebt, verändert sich oft mehr, als sie selbst erwarten.

Was sind die größten Vorteile für dich, Mentee zu sein?

Der Perspektivwechsel. Im Alltag sind wir oft stark in unseren Rollen unterwegs. Als Führungskraft, Unternehmerin oder Expertin. Als Mentee darf man wieder einen Schritt zurücktreten und sich fragen:
Was will ich eigentlich wirklich? Was ist mir wichtig? Und was davon lebe ich schon? Dieser Raum für Reflexion ist unglaublich wertvoll.

Was sind die größten Vorteile für dich, Mentorin zu sein?

Ich lerne unglaublich viel. Mentoring ist keine Einbahnstraße. Jede Mentee bringt ihre eigene Perspektive, ihre Erfahrungen und ihre Fragen mit. Gerade diese Vielfalt finde ich spannend. Sie öffnet auch meinen eigenen Blick auf Themen wie Karriere, Führung und Zusammenarbeit.

Was war dein schönster Moment bei MentorMe?

Für mich sind es die Momente, in denen Frauen anfangen, sich gegenseitig zu unterstützen. Wenn aus einem Netzwerk plötzlich Verbundenheit entsteht. Wenn jemand merkt, dass sie man mit den eigenen Fragen nicht allein ist. Und wenn Frauen beginnen, sich gegenseitig den Rücken zu stärken. Das sind oft kleine Momente, aber sie haben große Wirkung.

Welchen Tipp gibst du Frauen, die überlegen als Mentee bei MentorMe einzusteigen?

Bringt eure echten Fragen mit. Mentoring funktioniert am besten, wenn man nicht versucht, besonders souverän oder besonders erfolgreich zu wirken. Die spannendsten Gespräche entstehen dort, wo man ehrlich sagt: Ich weiß gerade nicht weiter.

Welchen Tipp gibst du Mentees, die ganz neu bei MentorMe sind?

Nutzt die Community. MentorMe ist viel mehr als nur die Beziehung zwischen Mentorin und Mentee. Es ist ein Netzwerk voller kluger, mutiger Frauen. Wenn man sich darauf einlässt, entstehen oft Kontakte, Austausch und Unterstützung, die weit über das Programm hinausgehen.

Welchen Pro-Tipp gibst du Mentor*innen?

Stellt gute Fragen und haltet die Lösungen aus. Mentoring bedeutet nicht, Antworten zu liefern. Es bedeutet, Denkprozesse zu öffnen. Manchmal reicht eine einzige gute Frage, um etwas in Bewegung zu bringen. Und genau darin liegt die Kraft von Mentoring.

Vielen Dank für deine Zeit und deine Offenheit, liebe Mareike!

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Transformation leben: Orphoz meets MentorMe

Transformation leben: Orphoz meets MentorMe

Seit 2022 verbindet MentorMe und Orphoz, a McKinsey Company eine starke Partnerschaft mit einem klaren Ziel: Talente sichtbar machen, Vielfalt fördern und neue Wege in die Beratungsbranche eröffnen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur der Austausch von Wissen, sondern auch die aktive Gestaltung von Karrierechancen für eine diverse nächste Generation von Führungskräften.

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war die Teilnahme von Orphoz am digitalen Event „Let’s Network“ im März. Mit großem Engagement brachte sich das Team in den Austausch mit der Community ein. Paula Kloppstock übernahm dabei den Themenraum Leadership & Management und setzte mit ihrem inspirierenden Grußwort einen starken Impuls. Ihr Beitrag unterstrich, wie wichtig moderne Führung, Empowerment und Vielfalt in Transformationsprozessen sind.

„Es war super. Ich kann es mit nichts vergleichen. Es war so gut. Solche Formate hatte ich noch nie!“ (Feedback eines Mentees)

 

Sichtbarkeit schaffen, Vielfalt stärken

Die Partnerschaft verfolgt ein klares Ziel: Orphoz als Arbeitgeber sichtbarer zu machen und gezielt Talente anzusprechen, die die Zukunft von Unternehmen aktiv mitgestalten möchten. Besonders im Fokus steht dabei das Thema Diversity. Orphoz hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, darunter ein angestrebter Frauenanteil von 50 Prozent. Diese Haltung spiegelt sich auch in der Zusammenarbeit mit MentorMe wider, wo Vielfalt, Chancengleichheit sowie die Förderung von Frauen zentrale Themen sind.

Orphoz ist überzeugt, dass nachhaltige Veränderung in Unternehmen nur dann gelingt, wenn Menschen aktiv eingebunden und befähigt werden. Mit einer klaren Methodik und einem gemeinsamen Ziel unterstützt das Team Organisationen dabei, komplexe Transformationen erfolgreich umzusetzen. Dabei erwartet Talente ein Arbeitsumfeld, das die Dynamik eines internationalen Start-ups mit fundierter Beratungsexpertise verbindet. Flache Hierarchien, Gestaltungsfreiheit und eine ausgeprägte Hands-on-Mentalität treffen auf tiefgehendes Branchenwissen und ein starkes Netzwerk.

Wissen teilen, Perspektiven eröffnen

Die Zusammenarbeit mit MentorMe geht weit über klassische Recruiting-Ansätze hinaus. Es entstehen Räume für Austausch, ehrliche Einblicke und persönliche Entwicklung. Events wie „Let’s Network“ zeigen, wie wertvoll es ist, wenn erfahrene Expert*innen ihr Wissen teilen und gleichzeitig neue Perspektiven gewinnen. Auch abseits der Events engagiert sich Orphoz aktiv für die Community: Regelmäßig werden Karrieremöglichkeiten geteilt und Talente erhalten Zugang zu konkreten Einstiegschancen. So entsteht eine Verbindung, die langfristig wirkt.

Die Partnerschaft zwischen MentorMe und Orphoz steht für mehr als Zusammenarbeit. Sie steht für eine gemeinsame Vision: eine Arbeitswelt, in der Vielfalt selbstverständlich ist und in der Talente unabhängig von ihrem Hintergrund die Möglichkeit haben, ihr Potenzial zu entfalten. Wir freuen uns auf alles, was noch kommt!

Interessiert an einer Partnerschaft mit MentorMe? Hier gibt es alle Infos – oder direkt unsere Gründerin und Geschäftsführerin Karin Heinzl kontaktieren!

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