„Mentoring wirkt nur, wenn man Verantwortung übernimmt und aktiv selbst an den nächsten Schritten arbeitet.“
Hinter jeder Mentoring-Reise steckt eine eigene Geschichte. Hier teilen Mentor*innen und Mentees von MentorMe ihre Erfahrungen, berichten von wichtigen Wendepunkten und erzählen, welche Erkenntnisse und Entwicklungsschritte sie aus dem Mentoring mitgenommen haben.
Warum seid ihr Mentee bzw. Mentorin geworden?
Mariana Sygin (Mentee): Wir sind alle Menschen. Und wir können nicht alles wissen. Vor allem müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Als ich meine Selbstständigkeit im Jahr 2024 gestartet habe, war mir schnell klar: Ich brauche jemanden, der weiter ist als ich. Jemanden mit Erfahrung in Positionierung, externer Kommunikation und LinkedIn. Mir ging es nicht um Motivation, sondern um Klarheit und strategische Schärfe in der Online-Kommunikation. Mentoring bedeutet für mich, bewusst Abkürzungen zu nehmen, indem man von Menschen lernt, die bestimmte Wege bereits gegangen sind. Genau dieses Matching hatte ich mit Sonja.
Sonja Wiesner (Mentorin): Ich bin Mentorin geworden, weil ich mir zu Beginn meiner eigenen Karriere ein solches Programm sehr gewünscht hätte. Als ich ins Berufsleben gestartet bin, gab es solche Mentoring-Angebote noch nicht. Viele Dinge musste ich damals selbst herausfinden. Wie gerne hätte ich in dieser Phase eine Vertrauensperson gehabt, die mir bei beruflichen und oft auch persönlichen Herausforderungen mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätte. Heute, mit rund 25 Jahren Berufserfahrung, finde ich es sehr bereichernd, meine Erfahrungen weiterzugeben und genau diese Rolle für meine Mentee einzunehmen. Mentoring bedeutet für mich, einen Raum zu schaffen, in dem man offen über Entscheidungen, Herausforderungen und Perspektiven sprechen kann und dabei voneinander lernt. Dabei geht es darum, Unterstützung, Wissen und neue Perspektiven weiterzugeben. Mit meiner Mariana war das von Anfang an ein perfektes Match.
Warum hast du dich für MentorMe entschieden?
Mariana (Mentee): Ich würde sagen, ich bin sehr gezielt, wenn es um Mentor*innen geht. Ich habe Sonja gewählt, weil sie über viele Jahre fundierte Expertise im Bereich externe Kommunikation aufgebaut hat. Ihr LinkedIn-Auftritt war nicht nur professionell – er war strategisch durchdacht und klar positioniert. Als ich sie besser kennenlernte, war ich besonders beeindruckt davon, dass sie ein Buch geschrieben hat. Das ist ebenfalls ein Ziel, das ich perspektivisch verfolge. Für mich war das ein starkes Signal: Sie lebt, was sie vermittelt. Mentoring ist für mich eine Vertrauensentscheidung. Und Kompetenz ist die Basis von Vertrauen.
Sonja (Mentorin): Für mich ist MentorMe eines der stärksten Netzwerke für Frauen im DACH-Raum. Besonders überzeugt hat mich die Kombination aus persönlichem Mentoring und einer aktiven Community. Aufmerksam geworden bin ich auf MentorMe auch über Kolleginnen und Kollegen, die bereits Teil des Netzwerks waren. Der Austausch innerhalb der Community und die vielen Formate für Weiterentwicklung und Networking machen das Programm besonders wertvoll.
Was waren deine drei größten Learnings aus den Mentoring-Sessions?
Mariana (Mentee): Erstens: Vertraue dem Prozess und der Erfahrung von Menschen, die weiter sind als du. Gerade in Bereichen, in denen ich unsicher war, habe ich gelernt: Expertise reduziert Zweifel. Und dann heißt es: umsetzen. Zweitens: Klarheit im Business entsteht nicht zufällig. Was ist mein konkretes Angebot? Welche Probleme löse ich? Wer ist wirklich mein Kunde? Diese Fragen haben wir intensiv bearbeitet – unter anderem mit Sonjas Tool Personal Model Canvas. Diese strukturierte Arbeit war ein echter Game Changer für mich. Ich habe gelernt, Geduld zu haben und wirklich in die Tiefe zu gehen, wenn es um meine Positionierung geht. Drittens: Eine Stunde Mentoring allein reicht nicht: Die eigentliche Arbeit beginnt danach. Wenn man sich weitere Stunden Zeit nimmt, reflektiert, die Tools anwendet und konsequent weiterarbeitet. Genau das habe ich getan. Ich habe nicht nur konsumiert, sondern aktiv umgesetzt. Mentoring wirkt nur, wenn man Verantwortung übernimmt und aktiv selbst an den nächsten Schritten arbeitet.
Sonja (Mentorin): Das wichtigste Fundament ist aus meiner Sicht Vertrauen. Entwicklung entsteht dann, wenn auf beiden Seiten Offenheit vorhanden ist und die Chemie stimmt. Ein zweites Learning ist, wie bereichernd es ist, die Entwicklungsschritte einer Mentee begleiten zu dürfen. Zu sehen, wie Ideen klarer werden, Entscheidungen getroffen werden und jemand seinen eigenen Weg findet und ihn konsequent geht, ist eine große Freude. Und drittens: Mentoring ist keine Einbahnstraße. Auch als Mentorin profitiert man von den Gedanken, Fragen und Perspektiven der Mentee. Dieser Austausch lässt beide Seiten wachsen.
Was hat sich durch das Mentoring bei MentorMe konkret verändert?
Mariana (Mentee): Ich habe ein deutlich klareres Verständnis davon entwickelt, wohin sich mein Business strategisch entwickeln soll. Aus diesem Prozess heraus ist mein modulares Programm für systemische Teamentwicklung Team Excellence Experience entstanden. Ohne diese strukturierte Reflexion hätte ich es so nicht konzipiert. Außerdem habe ich meinen LinkedIn-Content deutlich fokussierter und strategischer ausgerichtet. Das war anfangs gar nicht das Hauptziel des Mentorings – wurde aber zu einem zentralen Hebel für meine Sichtbarkeit. Mentoring verändert nicht nur einzelne Maßnahmen, sondern die gesamte Herangehensweise.
Sonja (Mentorin): Mentoring bedeutet für mich vor allem, einen Menschen ein Stück auf seinem beruflichen Weg begleiten zu dürfen. In meinem Fall ist Mariana selbst Unternehmerin und es ist sehr inspirierend zu sehen, wie sich ihr Weg Schritt für Schritt entwickelt. Besonders schön ist die Wertschätzung, die dabei entsteht. Dabei teilt man eigentlich nur seine Erfahrungen und gibt Impulse zur Reflexion. Gleichzeitig erlebt man gemeinsam wichtige Meilensteine: Wir freuen uns gemeinsam über Erfolge und versuchen, an schwierigen Punkten gemeinsam Lösungen zu finden. Einen solchen Prozess Seite an Seite zu begleiten, gibt mir persönlich sehr viel.
Was war bislang dein schönster Moment bei MentorMe?
Mariana (Mentee): Ich saß im Zug nach Italien und habe ganz spontan mit Sonja telefoniert, um einen Blogbeitrag zu besprechen. Ganz unkompliziert und direkt. Diese Kombination aus Professionalität, Authentizität und Hilfsbereitschaft hat mich beeindruckt. Sie hat mich viele Stunden ehrenamtlich begleitet – mit einer Intensität, die alles andere als selbstverständlich ist. Ich bin ihr dafür unglaublich dankbar. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob mein Business ohne ihre Begleitung heute so aussehen würde.
Sonja (Mentorin): Ein besonderer Moment war für mich, als Mariana ihr Angebot, die Team Excellence Experience, auf ihrer ersten Personalmesse im Herbst 2025 vorgestellt hat. Die Entwicklung dieses modularen Programms war ein wichtiger Bestandteil unseres Mentorings. Ihr gesamter Markenauftritt und die damit verbundene Klarheit ihres Business waren beeindruckend. Das zeigte sich vom Messestand über ihre Unterlagen bis hin zu ihrem Speaker-Slot. Zu sehen, wie aus einer Idee ein sichtbares Angebot geworden ist, hat mich sehr gefreut. Ich war wirklich stolz auf ihren mutigen Weg, ihre Zielstrebigkeit und darauf, ein Teil dieses Prozesses gewesen zu sein. Bis zu ihrem Launch habe ich richtig mitgefiebert. Für uns beide war das ein besonderer Moment und ein echter Meilenstein unseres gemeinsamen Mentoring-Prozesses.
Was ist aus deiner Sicht entscheidend für ein erfolgreiches Mentoring?
Mariana (Mentee): Erfolgreiches Mentoring beginnt mit einem guten Match – fachlich und menschlich. Es braucht von Anfang an Klarheit:
- Was wollen wir in einem Jahr erreicht haben?
- Welche konkreten Ziele oder sogar KPIs definieren wir?
- Welche Erwartungen und Grenzen gibt es auf beiden Seiten?
Struktur ist kein Widerspruch zu Vertrauen – sie ist die Voraussetzung dafür. Wir haben uns im ersten halben Jahr sogar alle zwei oder drei Wochen getroffen. Diese Frequenz hat einen enormen Unterschied gemacht. Ich war schneller klar positioniert, habe mein Produkt geschärft und war bereits im zweiten Jahr meiner Selbstständigkeit als Messeausstellerin präsent. Kontinuität beschleunigt Entwicklung.
Sonja (Mentorin): Auf der menschlichen Ebene sind Vertrauen, Ehrlichkeit und Offenheit entscheidend. Diese drei Aspekte bilden für mich die Grundlage eines guten Mentorings. Gleichzeitig spielt auch die persönliche Chemie eine wichtige Rolle. Wenn sie von Anfang an stimmt, entsteht ein Gespräch auf Augenhöhe und genau daraus entstehen oft die wertvollsten Impulse. Auf der fachlichen Seite sollte eine Mentorin die Kompetenz und Erfahrung mitbringen, in dem Bereich, in dem die Mentee ihre Fähigkeiten weiterentwickeln möchte. Gemeinsam kann man so eine empfundene Lücke im Erfahrungsschatz der Mentee schließen und ihr helfen, ihren Weg schneller und klarer zu gehen.
Wem würdest du Mentoring und das Programm von MentorMe empfehlen?
Mariana (Mentee): Grundsätzlich allen, die wachsen wollen. Wir alle haben „Baustellen“ – beruflich oder privat. Der Unterschied liegt darin, ob wir versuchen, alles allein zu lösen, oder ob wir uns bewusst Sparringspartner*innen suchen. Ein*e Mentor*in kann vieles sein: Sparringspartner*in, Senior-Expert*in, Coach oder strategische Impulsgeber*in. Entscheidend ist: Mentoring ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Ambition. Gerade im HR- und Führungsumfeld sollten wir Mentoring nicht nur empfehlen, wir sollten es selbst vorleben.
Sonja (Mentorin): Eigentlich begleiten uns berufliche Entwicklungsprozesse in jeder Phase unseres Lebens. Deshalb kann Mentoring grundsätzlich in vielen Situationen hilfreich sein. Aus meiner eigenen Erfahrung – und auch aus der Zusammenarbeit mit meiner Mentee – würde ich das Programm besonders Gründer*innen empfehlen. Gerade im ersten Gründungsjahr kann es sehr wertvoll sein, eine*n Mentor*in an der Seite zu haben. Vor allem dann, wenn es Themen gibt, bei denen noch Erfahrung oder bestimmte Kompetenzen fehlen. Ein*e Mentor*in kann helfen, schneller Klarheit zu gewinnen und Entscheidungen sicherer zu treffen.
Was möchtest du anderen Frauen mit auf den Weg geben?
Mariana (Mentee): In Schule und Studium bringen Frauen häufig bessere Leistungen als Männer. Und dann frage ich mich: Was passiert eigentlich später in der Business-Welt, dass wir so wenige Frauen auf höheren Management-Ebenen sehen? Warum bleiben so viele unter ihrem Potenzial? Mein Rat ist klar: Wartet nicht auf 100 % Sicherheit. Wartet nicht darauf, dass ihr euch „bereit genug“ oder „gut genug“ fühlt. Einfach machen. Ihr werdet unterwegs lernen. Ihr werdet Herausforderungen meistern. Ihr werdet wachsen! Selbstständigkeit, Führungsverantwortung oder Sichtbarkeit entstehen nicht durch Perfektion – sondern durch Mut. Traut euch.
Sonja (Mentorin): Karrieren verlaufen selten gradlinig und das ist völlig in Ordnung. Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen, die eigenen Entscheidungen bewusst zu treffen. Und ebenso wichtig ist es, sich Unterstützung zu holen, wenn man sie braucht. Niemand muss seinen Weg allein gehen.
Vielen Dank für eure Zeit und Offenheit!
Weitere Interviews mit anderen spannenden Persönlichkeiten und Teams aus der MentorMe Community findest du in unserem Blog. Viel Freude beim Eintauchen in das, was uns ausmacht. Du bist Mentee oder Mentor*in bei MentorMe Germany und möchtest auch an dieser Reihe mit deinem Match teilnehmen, dann komm gern auf uns zu!
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