Steckbrief:
Jennifer Haacken
Enterprise Architect bei ALDI International Services
40 Jahre

Jennifer, wer bist du?

Seit 3.5 Jahren bin ich bei ALDI Süd in dem globalen Digitalisierungsprojekt für die Implementierung eines globalen Prozessmanagements verantwortlich (Definition und Implementierung der Prozessdokumentationsmethodiken, Bereitstellung und Administration des entsprechenden Tools, Entwicklung und Durchführung von Methoden- und Tooltrainings, Change Management, Konzept und Maßnahmen, um Prozessdenken im Unternehmen zu verankern). Wichtig ist mir ein mitarbeiterzentrierter Ansatz, bei dem es darum geht die Prozesse dahingehend zu verbessern, die Ressourcen optimal zu nutzen und mehr Kundennutzen zu schaffen, statt Kosten zu sehr im Fokus zu haben. Ich habe eine Transformations-Coach Ausbildung und diese Techniken nutze ich, um Menschen zusammen zu bringen, Blockaden zu identifizieren/aufzulösen und um dazu beizutragen das Silodenken abzubauen. Mit 2 Kollegen implementieren wir zudem Working Out Loud im Unternehmen, was ebenfalls dazu beiträgt Brücken und Verständnis unter Kolleg*innen aufzubauen. Nebenberuflich bin ich sehr naturverbunden und bilde mich im Bereich Natur-Coaching und schamanischen Praktiken weiter.

Minds of MentorMe

ist eine Kampagne, mit der wir unsere diverse Community mit all ihren interessanten Persönlichkeiten sichtbar machen. Mentor*innen teilen hier offen und aufrichtig ihre Werte, Einstellungen und Erfahrungen und geben so Einblicke, was sie im Inneren bewegt. Dazu haben wir einen Fragenkatalog, bestehend aus 47 Fragen, zusammengestellt, der das abdeckt, was unsere Mentees schon immer spannende Persönlichkeiten fragen wollten. Diese Fragen reichen von „Welche Werte treiben dich an?“ über „Wann zweifelst du an dir?“ bis hin zu „Was würdest du zu deinem 10-jährigen Ich sagen – und was lieber verschweigen?“ Unsere Mentor*innen haben aus diesem Fragen-Potpourri die für sich interessantesten Fragen für unsere Community beantwortet.

 

Wie gehst du mit deinen Ängsten um? 

Ich habe gelernt, dass Ängste häufig die Tür zu einem Weg sind, den es sich lohnt weiterzugehen. Ich meditiere gerne mit meinen Ängsten, um zu verstehen, vor was mich meine Angst schützen will und was sie getriggert hat. Ich versuche zu verstehen, welche Glaubenssätze und versteckte Emotionen mit den Ängsten verbunden sind und nutze Techniken, wie Reframing, Dankbarkeitsrituale oder Manifestationt, um Glaubenssätze aufzulösen oder /und meinen Fokus auf gewünschte Zielzustände auszurichten. Ich versuche lösungsorientiert zu sein und mich auf einen gewünschten Zielzustand hinzubewegen (hin zu statt weg von).

Wie verdienst du dir deine Freiheit?      

Indem ich Dinge tue, die ich liebe und mir dafür Zeit nehme. Ich liebe meinen Job und kann dort die Werte die ich verkörpere offen leben. Ich trage keine „Maske“ und bin so authentisch wie möglich. Ich gehe offen mit meinen Ängsten, Zielen und Wünschen um, egal ob Kolleg*in oder Vorgesetzte*r. Ich kommuniziere mit Kolleg*innen oder generell mit Menschen auf Augenhöhe. Ich übe mich in gewaltfreier Kommunikation und versuche das Verhalten meiner Mitmenschen zu beobachten ohne zu bewerten. Dadurch vergleiche ich mich weniger mit Anderen, was mir in letzter Zeit die größte Freiheit geschenkt hat.

Welche Werte treiben dich an?

Selbstverantwortung, Wertschätzung, Authentizität, Entwicklung, Kreativität, Passion und Verbundenheit (All-ein-sein).

Was würdest du tun, wenn Geld keine Rolle spielte?     

Um die Welt reisen und von den besten Lehrern lernen. Noch mehr Zeit in und mit der Natur verbringen.

Was ist für dich ein erfülltes Leben?      

Meinen persönlichen Zweck der Existenz kennen und so viel Lebenszeit wie möglich damit verbringen diesen zu erfüllen. Mich mit Menschen umgeben und verbinden, die einen ähnlichen Zweck oder ähnliche Werte haben. Herauszufinden, was mich einzigartig macht und einen Weg finden, diese Einzigartigkeit in die Welt zu bringen und Menschen zur Verfügung zu stellen, die genau DAS für Ihre Entwicklung nutzen können.

Was ist die schönste Erinnerung deiner Kindheit und warum?  

Ich bin mit meiner besten Freundin im Wald und wir wollen ein Naturbuch schreiben. Dabei sammeln und erforschen wir alles, was wir finden. Bestimmen Bäume, Pflanzen/Pilze und Tiere. Folgen Tierspuren, waten durch Bäche oder wandern durchs Moor vor unserer Haustür. Es waren Tage wie in einem Buch von Astrid Lindgren.

Welches Netzwerk kannst du empfehlen?         

LinkedIn

Welche Frau bittest du regelmäßig um Rat?      

Meine Coachin

Welches Buch hast du zuletzt zu Ende gelesen und was brachte es dir? 

Du bist genug von Ichiro Kishimi/Fumitake Koga – Verlangen nach Lob ist ein ‚Abhängigmachen‘ von der Bewertung anderer (Gegenteil von Freiheit), Respekt ist die Fähigkeit einen Menschen so zu sehen, wie er ist; sich seiner einzigartigen Persönlichkeit bewusst zu sein und einen Menschen nicht ändern zu wollen; es ist nicht meine Aufgabe jemanden glücklich zu machen oder die Erwartungen anderer zu erfüllen.

Wer hat in dich investiert, als du noch nicht erfolgreich warst? Warum?             

Meine Eltern, aber vor allem ich selbst. Statt für materiellen Eigentum zu sparen habe ich viel Geld in Coachings, Weiterbildungen oder Reisen investiert.

Wann zweifelst du an dir?         

Wenn ich zu hohe Erwartungen an mich selbst habe, gegen meine Werte handle oder eine Auszeit benötige (wenn ich Urlaubsreif bin, lässt meine Fähigkeit Themen zu koordinieren nach und ich bekomme das Gefühl überfordert zu sein).

Warum sollten nachfolgende Generationen deinen Beruf machen und warum nicht?   

Ein Unternehmen ganzheitlich zu betrachten/ zu planen, Menschen zu befähigen mit Veränderungen von Prozessen und IT umzugehen und Silodenken abzubauen ist aus meiner Sicht eine Tätigkeit, die in den kommenden Jahren immer wichtiger wird, um die Entwicklung neuer und nachhaltiger Geschäftsmodelle zu ermöglichen und zu fördern.

Was würdest du heute anders machen?             

Weniger auf die Meinung anderer geben. Mir meiner Werte, Glaubenssätze und Motive bewusst sein. Mir früher Unterstützung von einem/r Coach*in holen. Mehr Mut haben meine persönlichen Stärken und Ideen in die Welt zu bringen.

Was war dein größter nicht-kommerzieller Erfolg? Wie hast du ihn erreicht?           

Vortrag über Systemisches Coaching im Prozessmanagement auf einer Fachkonferenz halten. Indem ich mich zu einer Fachexpertin in dem Bereich entwickelt habe und mich mit Expert*innen vernetzt und ausgetauscht habe, die bereits regelmässig auf Konferenzen Vorträge halten.

Was würdest du zu deinem 10-jährigen Ich sagen – und was lieber verschweigen? 

Ich würde mir sagen, dass ich mit allem was passiert ist klar gekommen bin. Das ich immer auf mich Selbst vertrauen soll uns kann.
Ich würde mir jedoch nicht sagen, was passieren wird.

Welche 5 Dinge dürfen in deinem Handgepäck niemals fehlen?

Stift, Notizbuch/Kalender, Schlüssel, Handy, Ladekabel.

Was machst du an einem freien Tag?

Gartenarbeit! Zeit mit unseren Tieren (Hund, Katze, Hühner, Laufenten) verbringen, Wandern gehen, SUP, lesen/lernen.

Was tust du für die Gesellschaft?           

Indem ich meine eigenen Themen kläre und Werte lebe, erlaube ich meinem Umfeld ebenso authentisch und frei zu leben (Abwandlung Rede Nelson Mandela).

Was ist deine wichtigste Erkenntnis aus deinem Umgang mit Menschen (Menschenkenntnis)?

Respekt und Empathie und gewaltfreie Kommunikation zu lernen. Leider keine Fähigkeiten, die einem in der Schule oder Studium beigebracht werden.

Was fehlt dir heute, was du früher ohne Erfolg hattest?

Nichts…

Was treibt dich im Innersten an?           

Menschen miteinander und mit der Natur zu verbinden. Werte wie Dankbarkeit, Wertschätzung und Authentizität zu verbreiten.

Welche Eigenschaften schätzt du am meisten in Anderen?

Ehrliche, offene, respektvolle, wertschätzende, emphatische und konstruktive Kommunikationsfähigkeiten, wenn sie ihre Leidenschaften und Ideen zum Ausdruck bringen und mit der Welt teilen können. Auch Lösungsorientiertheit, sowie ganzheitliche und systemische Sichtweisen.

Welche Frauen inspirieren Dich?            

Byron Katie, Madita Böer, Greta Thunberg,  Chris Maddox (Wild Woman Project) und Clarissa Pinkola Estès.

Wer war dein\*e wichtigste\*r Mentor\*in und warum?           

Eine ehemalige Vorgesetzte, da sie mich in jeglicher Hinsicht gefördert und gefordert hat und mir gezeigt hat, was eine wahre Führungskraft bewirken und bewegen kann.

Was war dein größter Nutzen aus einer Mentoring-Beziehung?

Aufbau von Selbstwert, -vertrauen und -bewusstsein; Erkenntnis über Stärken und was mich wirklich antreibt.

Wer ist heute dein\*e wichtigste\*r Ratgeber\*in?       

Ich habe 2 Coaches, die gemeinsam mit mir neue Perspektiven und Lösungsräume erarbeiten und Ressourcen aufdecken, um Entscheidungen zu treffen oder erste Schritte in neue Richtungen zu gehen. Zudem bin ich in 2 Frauenkreisen, die mich sehr in meiner Weiterentwicklung unterstützen

Von wem hast du am meisten gelernt? 

Von meinen Eltern.

Wie hast du deine Mentoren gefunden (oder haben sie dich gefunden)?             

Ich habe sie gefunden, als ich genau wusste, was für eine Person ich auch benötige.

Was war dein Tiefpunkt in deinem Leben und welche Stärken hast Du daraus entwickelt?        

Tod meines Freundes mit 23 – das Leben kann jederzeit zu Ende sein. Ich möchte meine Zeit mit Aktivitäten verbringen, die mir Freude bereiten und mich bei meinem Lebensziel unterstützen.

Was ist für ein glückliches, zufriedenes Leben elementar?         

Dankbarkeit & Liebe!

Welche Dinge oder Situationen im Job stressen dich besonders?           

Unklare Erwartungen, Unentschlossenheit, sowie Angst vor Entscheidungen und Verantwortung bei Kolleg*innen und Vorgesetzten.

Was wolltest du als Kind beruflich werden? Stecken nun Dinge davon in deinem jetzigen Berufsleben?  

Ich wollte damals Autorin oder Meeresbiologin werden. Ich habe immer noch den Traum ein Buch zu schreiben.

Was kannst du überhaupt nicht?           

Buchhaltung & Programmieren.

Was willst du unbedingt erleben, bevor du diese Welt verlässt?

Ich möchte gerne die Nordlichter sehen, eine Key Note Speech halten und eine Held*innenreise machen!

Welche Stärken und Schwächen würden dir deine Mitarbeiter zuschreiben?             

Stärken: Zuhören, kreativ, kommunikativ, ganzheitliche integrative Sicht, leidenschaftlich, intuitiv.

Schwächen: Impulsiv, ungeduldig.

Wenn man dir 10.000 € gibt und du hast nur eine Stunde Zeit zu entscheiden, wofür du es ausgibst, wofür entscheidest du dich?             

Eine Reise mit Postschiff durch die Arktis!

Wann hast du das letzte Mal Feedback, Kritik und/oder Lob von einem Mitarbeiter erhalten und warum?         

Wir geben uns regelmässig Feedback oder machen Retrospektiven. Das ist Teil unserer Teamkultur und sehr wichtig.

 

Vielen Dank für deine Bereitschaft und Offenheit!

Weitere Interviews mit anderen spannenden Persönlichkeiten aus der MentorMe Community findest du in unserem Blog. Viel Freude beim Eintauchen in das, was uns ausmacht. 💜

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