Steckbrief:
Melanie Lenke
Head of Learning & Development bei der Deutschen Kreditbank AG
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Melanie, wer bist du?

Bei der Deutschen Kreditbank AG bin ich für die Themen Personalentwicklung und (betriebliche) Weiterbildung verantwortlich und führe ein Team aus 13 Mitarbeiter*innen. Ich glaube fest an die Vorteile divers zusammengestellter Teams. Insbesondere die Förderung von (mehr) Frauen in Führungspositionen und von Quereinsteiger*innen (z. B. in Hinblick auf den Studiengang) in die Wirtschaft sind mir ein großes Anliegen.

Minds of MentorMe

ist eine Kampagne, mit der wir unsere diverse Community mit all ihren interessanten Persönlichkeiten sichtbar machen. Mentor*innen teilen hier offen und aufrichtig ihre Werte, Einstellungen und Erfahrungen und geben so Einblick, was sie im Inneren bewegt. Dazu haben wir einen Fragenkatalog, bestehend aus 47 Fragen, zusammengestellt, der das abdeckt, was unsere Mentees schon immer spannende Persönlichkeiten fragen wollten. Diese Fragen reichen von „Welche Werte treiben dich an?“ über „Wann zweifelst du an dir?“ bis hin zu „Was würdest du zu deinem 10-jährigen Ich sagen – und was lieber verschweigen?“ Unsere Mentor*innen haben aus diesem Fragen-Potpourri die für sich interessantesten Fragen für unsere Community beantwortet.

Welches Netzwerk kannst du empfehlen?

MentorMe! Generell finde ich es wichtig, in verschiedenen Netzwerken unterwegs zu sein, also die eigene “Bubble” auch mal zu verlassen. Ich engagiere mich sowohl in eher fachlich geprägten Netzwerken zu Learning & Development oder HR-Themen als auch in überfachlichen Netzwerken wie MentorMe und Panda.

Welche Frau bittest du regelmäßig um Rat?

Meine Oma! Ich schätze ihre Lebenserfahrung, es gibt kaum eine Situation, die sie nicht auch in irgendeiner Form erlebt hat. Außerdem ist sie sehr ehrlich und direkt. Das hilft mir wenn es z. B. um wichtige Entscheidungen geht. Und obwohl sie für ihre Generation sehr modern denkt, erdet es mich zu hören, dass nicht alles, was wir heute haben, selbstverständlich ist. Sie brauchte z. B. damals noch ein schriftliches Einverständnis ihres Mannes um arbeiten gehen zu dürfen!

Welches Buch hast du zuletzt zu Ende gelesen und was brachte es dir?

Haruki Murakamis “Die Ermordung des Commendatore”. Ich muss dazu sagen: ich bin großer Murakami-Fan! Seine Bücher sind unglaublich vielschichtig und facettenreich. Gerade jetzt, wo die Freizeitangebote Corona-bedingt sehr reduziert sind, helfen mir (gute) Bücher einen geistigen Ausgleich zur Arbeit zu haben.

Was machst du an einem freien Tag?

Da mein Kalender unter der Woche meistens ziemlich voll ist, versuche ich meine freien Tage möglichst wenig zu verplanen. Am liebsten gehe ich morgens eine Runde mit Freunden rudern, danach genieße ich einen umfangreichen Brunch und einen Powernap und dann – mal sehen!

Was fehlt dir heute, was du früher ohne Erfolg hattest?

Freie Zeiteinteilung. Gerade während des Studiums konnte ich mir meine Tage frei einteilen und selbst entscheiden wann ich was mache. Das habe ich sehr genossen und ist im Berufsleben und insbesondere in einer Führungsposition seltener der Fall. Schließlich ist es mir wichtig für Mitarbeiter*innen ansprechbar zu sein. Der Nachteil damals war aber auch, dass ich nie wirklich frei hatte. Das wiederum kann ich jetzt besser beeinflussen.

Welche Eigenschaften schätzt du am meisten in Anderen?

Ehrlichkeit, Offenheit (“Open Mindset”) und Mut. Die drei Eigenschaften hängen für mich zusammen. Es braucht manchmal Mut um ehrlich zu sein. Es braucht Offenheit und Flexibilität um andere Meinungen akzeptieren zu können. Ich habe das Gefühl, dass ich von Menschen, die diese Eigenschaften haben, viel lernen kann. Oftmals inspirieren sie mich auch selbst Dinge anders zu denken oder mutig(er) zu sein.

Was waren deine lehrreichsten Fehler und/oder Misserfolge und was hast du daraus mitgenommen?

Nach meinem Bachelorstudium in Kanada, habe ich meinen Master in Berlin begonnen. Ich habe relativ schnell gemerkt, dass das Studium hier viel theoretischer war und primär auf eine Karriere in der Wissenschaft abzielte (die ich nicht plante). Ich habe es dennoch durchgezogen und ehrlicherweise auch keine anderen Optionen in Betracht gezogen. Heute würde ich anders herangehen und stärker überlegen, in was ich warum/wofür meine Zeit und Energie investiere. Dennoch habe ich letztlich auch viel an der Uni gelernt. 

Welche Frauen inspirieren Dich?

Zu viele um sie hier alle aufzulisten. Auf jeden Fall Ruth Bader Ginsburg, Malala Yousafzai, Michelle Obama, Jacinda Ardern, Christiane Amanpour, Serena Williams… und es gibt so viele Heldinnen im Alltag. Inspiration findet man immer wenn man über den eigenen Tellerrand schaut.

Welchen Rat würdest du deinem Jüngeren ich heute geben?

Es kommt immer anders als man denkt. Das soll nicht heißen, dass man nichts planen soll oder sich keine Ziele setzen soll. Aber ich finde es wichtig, im Kopf flexibel zu bleiben. Wenn sich z. B. Rahmenbedingungen ändern, ist es wichtig, gesteckte Ziele auch zu hinterfragen und ggf. anzupassen. 

Wann hast du das letzte Mal Feedback, Kritik und/oder Lob von einem Mitarbeiter erhalten und warum?

Gerade gestern hatten wir eine Veranstaltung, bei der ich ein Intro gegeben habe. Anschließend meinte eine Kollegin zu mir, sie hätte das sehr überzeugend und souverän gefunden. Mich hat das total überrascht, da ich selber einen anderen Eindruck hatte. Und das ist der springende Punkt warum Feedback so wichtig ist: Fremd- und Selbstbild können verschieden sein und wenn man sich entwickeln möchte, ist es in meinen Augen wichtig, beides auf dem Schirm zu haben. 

 

Vielen Dank für deine Bereitschaft und Offenheit!

Weitere Interviews mit anderen spannenden Persönlichkeiten aus der MentorMe Community findest du in unserem Blog. Viel Freude beim Eintauchen in das, was uns ausmacht. 💜

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