Interview mit MentorMe Mentorin Natalya Nepomnyashcha im EY Karriereblog.
Über MentorMe kam Natalya Anfang 2020 zu EY.

 

Hallo Natalya, wer bist du und was machst du bei EY?

Hallo, ich komme aus Augsburg und lebe aktuell in Berlin. Ursprünglich habe ich Internationale Beziehungen studiert, danach in diversen internationalen NGOs und in der Kommunikationsberatung gearbeitet. Bei EY bin ich als Senior Consultant im Bereich People Advisory Services tätig. Wir beraten unsere Kunden zu Themen rund um HR Transformation, Workforce Strategy oder Change Management.

 

Vom Capital Magazin wurdest du als eine der Top 40 unter 40 ausgezeichnet. Kannst du kurz erläutern, wofür du diese Auszeichnung erhalten hast?

2016 habe ich nebenberuflich und ehrenamtlich das soziale Unternehmen „Netzwerk Chancen“ gegründet. Wir bieten ein ideelles Förderprogramm für junge Erwachsene, die aus nichtakademischen oder finanzschwachen Familien kommen. Alle unsere Mitglieder sind sehr talentiert – wie alle Menschen generell – und wir helfen ihnen, ihre Talente und Stärken zu entfalten und in Potentiale umzuwandeln. Wir bieten Workshops an zu Themen wie Rhetorik, Networking oder Karriereplanung und bringen unsere Mitglieder direkt mit potentiellen Arbeitgebern zusammen.

Ich bin sehr froh, dass unsere Arbeit immer mehr Beachtung findet, wie auch diese Auszeichnung beweist. Denn wir kämpfen dafür, dass soziale Herkunft in Deutschland als eine Diversity-Dimension anerkannt wird und Unternehmen soziale Vielfalt anstreben. Das Thema liegt mir selbst am Herzen, da ich in einer Hartz-IV-Familie mit Migrationshintergrund aufgewachsen bin und einen sehr schwierigen Weg hatte.

 

Wie hat dein Background dich in deiner beruflichen Laufbahn beeinflusst?

Ich bin in Bayern aufgewachsen, wo die Empfehlung für den Besuch der weiterführenden Schule bindend ist. Ich durfte nicht aufs Gymnasium und besuchte deshalb eine Realschule. Meine Eltern sind keine Akademiker, kannten sich mit dem deutschen Schulsystem nicht aus und konnten auch nicht dafür kämpfen, dass ich auf ein Gymnasium komme.

Dass ich kein Abitur machen konnte, hat meine Laufbahn natürlich geprägt. Um studieren zu können, musste ich hart kämpfen. Ich habe zwei schulische Ausbildungen abgeschlossen und wurde dann in Großbritannien für einen Master-Studiengang zugelassen. Der Master-Abschluss war paradoxerweise der erste in Deutschland anerkannte Hochschulabschluss für mich. Doch dazu wäre es beinahe nie gekommen, denn mein Antrag auf Auslandsbafög wurde abgelehnt und als „Hartz-IV-Kind“ war es enorm schwierig, sich das Studium in England zu leisten.

Nach dem Studium bin ich dann nach Berlin gezogen und musste über 80 Bewerbungen schreiben, bis ich meinen ersten Job hatte. Durch meinen Hintergrund hatte ich keinerlei Netzwerk, war nicht besonders selbstbewusst und wusste schlicht nicht, wie man vorgehen muss, um einen guten Job zu ergattern. Ich habe aber schnell verstanden, dass ich netzwerken und selbstsicher auftreten muss, um beruflich voranzukommen. Über mein Netzwerk und das großartige Mentoring-Programm „MentorMe“ kam ich dann Anfang 2020 zu EY.

 

Wie hat EY dich in dem Thema unterstützt?

Bereits beim ersten Telefoninterview war ich fasziniert davon, dass EY meine Herkunft und meine ungewöhnliche Laufbahn nicht als Manko, sondern als Bereicherung gesehen hat. Auch seitdem ich hier arbeite, begegnen mir nur Menschen, die mein Engagement unterstützen und mir gut zureden. Es ist sehr schön zu wissen, dass der eigene Arbeitgeber hinter dir steht.

 

Gibt es etwas, das du den Lesern mitgeben möchtest?

Wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf! Klingt abgedroschen, aber ich habe in meinem Leben so viele Rückschläge erlebt und war so oft kurz davor, aufzugeben – ob mit dem Traum, einen Hochschulabschluss zu erlangen, einen guten Job zu finden oder ein soziales Unternehmen zu gründen. Wenn ich jedoch weitergemacht habe, hat sich immer wie aus dem Nichts eine Möglichkeit aufgetan und am Ende kam ich doch ans Ziel. Ich denke, dass diese Einstellung auch euch in allen Lebenslagen weiterhelfen wird! Wir sind von Natalyas Geschichte begeistert! Ihr auch? Warum uns Diversität so sehr am Herzen liegt und wie die Vielfalt unserer Mitarbeitenden uns voranbringt, erfahrt ihr auf unserer Karriere-Webseite.

 

Dieses Interview ist ursprünglich als Beitrag im EY Karrieblog erschienen.

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