Die Binsenweisheit ist: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Balanceakt. Was dir keiner sagt: Frau balanciert nicht nur in schwindelerregender Höhe, sondern jongliert dabei kreischende Kettensägen, während das Seil hinter ihr brennt und kein sicherer Hafen in Sicht ist. Und in Zeiten einer weltweiten Pandemie macht sie das mit Mundschutz und im Home-Office, Home-Schooling etc.

So fühlt es sich zumindest für mich an. Ein Baby, ein Vollzeitjob, drei Passionprojekte und irgendwo zwischendurch auch Haushalt, soziales Leben und mein ‚Ich‘ (Ja, gab’s es nicht auch noch Sport, Bücher und Netflix?). Das ist viel. So viel, dass ich im täglichen Trubel rund um die verschiedenen To do Listen das große Ganze aus den Augen verliere. Klassischer Fall von: Vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen. Dabei sind wir uns doch einig, dass das große Ganze der entscheidende Schritt ist – sowohl in der Karriere als auch im Privaten. Hier werden die Weichen für die Zukunft gestellt: Welche Projekte möchte ich vorantreiben? Wo sehe ich mich? Wie komme ich dahin? Was sind meine Prioritäten? Oder auch: Was behindert meine Entwicklung?

Du bist nicht allein

Hier kommt Mentoring ins Spiel. Mentoring kann dir als Mutter helfen, diese und andere Fragen für dich zu lösen. Denn wer ist ein*e Mentor*in? Eine Person, die nicht in den Lianen dieses Dschungels gefangen ist. Eine Person, die Erfahrung(en) aus ähnlichen beruflichen oder privaten Situationen mitbringt, aber im wahrsten Sinne des Wortes ‚unbefangen‘ ist. Eine Person, die dir hilft Licht ins Dickicht zu bringen, einen Schritt zurückzutreten und auf den Wald statt auf den Ast zu schauen.

Ein neutraler Blick der Mentor*in aufs Wesentliche hilft dir, dich wieder zu fokussieren und deine Ziele in Angriff zu nehmen. Mentoring ist aber noch viel mehr: Sowohl die Mentor*in als auch andere Mütter im Netzwerk fungieren für mich persönlich stark als Vorbilder und Resonanzboden. Sie schaffen jeden Tag das gleiche (und noch viel mehr. Ihre Geschichten zu hören, von ihren Strategien und Bewältigungsmechanismus zu lernen, mich mit ihnen auszutauschen, inspiriert und ermutigt mich meinen Weg zu gehen. Die Gründerin von MentorMe, Karin Heinzl, rockt zwei Kinder unter zwei Jahren sowie ihr Business-Baby mit einem derartigen Feuer und einer ungezügelten Leidenschaft, die ansteckt. Coach und Mentorin, Anita Neumann, zeigt mir täglich Wege zu mehr Selbstfürsorge und wahren Vereinbarkeitsmomenten. Und Mentorin Luisa Hanke ist derartiger Profi, dass sie sogar das Vereinbarkeits_lab gegründet hat. Dabei sind das nur drei von Hunderten fabelhaften Inspirationsquellen der Community.

Apropos Community: Die Authentizität, die mit einem MentorMe Moms & Dads Abend einhergeht, wo auch mal über Kita-Runs und Telkos beim Stillen gesprochen werden darf, ist einmalig. Es ist ein Resonanzboden für die eigenen Herausforderungen und Gefühle, aber auch eine Ideenschmiede für Lösungen.

Keine möchte und sollte sich in diesem Dschungel allein durchmanövrieren. Jede braucht eine erfahrene Gefährtin, die Wege aus dem Unterholz aufzeigt, vor Fallstricken warnt, aber auch besonders sehenswerte Lichtungen verrät.

Jetzt geht’s nur um dich

Mehr als das: regelmäßige und verbindliche Mentoringeinheiten schaffen dir den nötigen Freiraum vom Alltagstrubel, um an dir und deinen persönlichen Zielen zu arbeiten.

Welche Mutter kennt es nicht? Der Tagesplan steht: Heute gibt es eine (oder vielleicht zwei) Stunden nur für dich! Ohne To Do Liste, ohne Care- oder Erwerbsarbeit, ohne Kind. Und dann läuft doch die Nase des Jüngsten, die Spülmaschine quillt über und ausgerechnet heute sind zwei ganz wichtige Projekte, die frau nicht aufschieben darf. Was machst du? Natürlich als Erstes die Me-Time radikal streichen. Das bedeutet (mal wieder) keine Zeit, in der du an deiner Entwicklung, deinen Zielen, deinen Prioritäten und deinen Leidenschaften arbeiten kannst. Würdest du auch so leichtfertig einen verbindlichen Termin streichen, wie du es mit deiner Me-Time machst? Meist halten wir Verabredungen mit anderen besser ein als mit uns selbst, da wir hier eine externe Verpflichtung spüren. Damit ist die Zeit fürs Mentoring, exklusive Zeit für dich.

Karriere mit Kind? Karriere trotz Kind?

Löst Mentoring nun wie eine Waldfee all deine Vereinbarkeitsprobleme? Sicherlich nicht. Neben der persönlichen Arbeit, ob in Beziehung, Arbeitsumfeld oder Balancieren, sind strukturelle Gründe für viele unserer täglichen Herausforderungen als berufstätige Mutter verantwortlich. Gegenwärtig leistet sich Deutschland nämlich einen paradoxen Luxus: Frauen werden zunächst zu hoch qualifizierten Fachkräften ausgebildet, anschließend aber nur halbherzig in den Arbeitsmarkt eingebunden. Während Frauen unter 30 mit 43 Prozent noch fast genauso stark in Leitungspositionen vertreten wären wie gleichaltrige Männer, sinke ihr Anteil mit der Familiengründung auf knapp über 20 Prozent und verbleibe dann auf diesem niedrigen Niveau. (Quelle: Die Studie „KARRIEREK(N)ICK KINDER: Mütter in Führungspositionen als Gewinn für Unternehmen“, Verlag der Bertelsmann-Stiftung).

Das bedeutet für viele Mütter mit beruflichen Ambitionen: Karriere trotz Kind. Das bedeutet für viele Familien ein Vereinbarkeits-Dschungel. Das bedeutet für viele Frauen ein stetiger Balanceakt. Genau hier kann Mentoring ansetzen: Mütter in ihrer Stärke unterstützen, ihre Ziele zu erreichen. Mit der richtigen Mentor*in können Mütter trotz struktureller Benachteiligung Karriere mit Kind machen. Dafür musst du nur den ersten Schritt auf der Trosse nehmen.


Dara Kossok Spieß ist nicht nur Mama, sondern auch Wiederholungstäterin aus Überzeugung: zum dritten Mal in Folge Mentee bei MentorMe. Sie unterstützt uns bei Social Media und durch redaktionelle Inhalte wie diesen hier. Wenn sie nicht gerade unsere Timeline aufhübscht und bereichert (danke Dara!), ist sie beim Handelsverband Deutschland e.V. als Referentin Netzpolitik und Digitalisierung tätig.

X